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An baden-württembergischen Grundschulen sollen laut einer Studie im Jahr 2028 exakt 4.667 Musiklehrer*innen fehlen, in Rheinland-Pfalz 2.106. In Sachsen hingegen soll es es keinen Mangel geben.

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Den deutschen Grundschulen gehen die Musiklehrer aus. Dies ist das Ergebnis einer am Mittwoch, 11. März, veröffentlichten Erhebung im Auftrag des Deutschen Musikrats, der Konferenz der Landesmusikräte und der Bertelsmann-Stiftung. Laut dieser ersten bundesweiten Auswertung von Daten zum Musikunterricht fehlen an deutschen Grundschulen rund 23.000 ausgebildete Musiklehrer.

Nur Sachsen hat ausreichend Musiklehrer*innen

Der Untersuchung zufolge gibt es in 14 Bundesländern, deren Daten für die Auswertung herangezogen werden konnten (Bayern und Saarland fehlen), einen Bestand von rund 17.000 Musiklehrer*innen. Um den in den Lehrplänen der Länder vorgegebenen Umfang an Musikunterricht fachgerecht abzudecken, würden rechnerisch aber etwa 40.000 Musiklehrkräfte benötigt.

"Ohne ein ausreichendes Angebot an Musikunterricht in der Grundschule bekommen vor allem sozial benachteiligte Schülerinnen und Schüler kaum Chancen, mit Musik in Kontakt zu kommen."

Die Bertelsmann-Stiftung

Ohne Gegenmaßnahmen würde der Musiklehrermangel der Auswertung zufolge künftig noch weiter steigen - in den kommenden acht Jahren voraussichtlich auf rund 25.000 fehlende Lehrer. Die meisten fehlen dann demnach in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, während für Sachsen als einzigem Bundesland kein Mangel prognostiziert wurde. Der Anteil des fachgerecht erteilten Musikunterrichts fiele in diesem Zeitraum entsprechend weiter, und zwar von im Durchschnitt 43 Prozent auf 39 Prozent.

Altersbedingtes Ausscheiden und zu wenig Nachwuchs

Die wachsende Kluft entsteht demnach einerseits dadurch, dass altersbedingt mehr Musiklehrkräfte den Schuldienst verlassen als Nachwuchskräfte nachrücken. Zum anderen nimmt der Bedarf an Lehrkräften infolge der steigenden Zahl von Grundschulkindern weiter zu.

Seiteneinsteiger und mehr Studienanfänger*innen nötig

Vor diesem Hintergrund sei es dringend erforderlich, dass Landesregierungen, Schulbehörden und Hochschulen gleichermaßen aktiv werden und entschlossen handeln, betonen die Autoren der Erhebung. Notwendig seien unter anderem ein bedarfsgerechter Ausbau der Studienkapazitäten und eine Erhöhung des Stundenanteils, mit dem ausgebildete Musiklehrkräfte das Fach Musik unterrichten. Für eine Übergangsphase sollten zudem Seiteneinsteiger nach verbindlichen Standards gewonnen werden.

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