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Medizinische Studien beweisen, dass klassische Musik Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen kann. Vor allem Musik von Bach, Mozart und Händel gelten dabei als empfehlenswert. Nun verringert Mozart wohl auch Epilepsieanfälle.

Mozart Klavier für vier Hände (Foto: Eberhard Stett)
Hier kann Medizin entstehen. Denn auch das Hören von Mozarts Klaviermusik ist "wahrscheinlich der komplexeste rhythmische Stimulus zur Modulation der Gehirnaktivität". Eberhard Stett

Eine klinische Forschungsstudie mit dem Titel "The Rhyme and Rhythm of Music in Epilepsy" hat ergeben, dass das tägliche Hören von Mozart die Anzahl epileptischer Anfälle verringern kann. Die in der Zeitschrift Epilepsia Open veröffentlichte Studie von Wissenschaftlern vom Krembil Brain Institute am Toronto Western Hospital untersuchte dazu die Wirkung von Mozarts "Sonate für zwei Klaviere in D-Dur KV 448" im Vergleich mit anderen Hörreizen. "Unsere Ergebnisse zeigten, dass das tägliche Hören des ersten Satzes des Mozartstücks mit einer Verringerung der Anfallshäufigkeit bei erwachsenen Personen mit Epilepsie verbunden war", so der Hauptautor der Studie, Dr. Marjan Rafiee.

Die Studie mit 13 Epilepsie-Patienten ging über ein ganzes Jahr, bei der die Teilnehmer im dreimonatigen Wechsel zunächst täglich Mozarts Sonate und dann eine verschlüsselte Version davon hören mussten. Alle Patienten mussten in dem Studienzeitraum "Anfallstagebücher" führen, um ihre Anfallshäufigkeit während des Zeitraums zu dokumentieren. Ihre Medikation wurde im Verlauf der Studie unverändert gelassen.

Effekte auch bei Kindern mit Epilepsie-Erkrankung

Die Mozartsonate von 1781 wurde bereits 2018 zur Behandlung von Epilepsie vorgeschlagen. Damals zeigten Untersuchungen am Royal Hospital in London, dass Kinder im Alter von zwei bis 18 Jahren einen signifikanten Rückgang der epileptischen Aktivität nach dem Hören des Mozartstücks aufwiesen. Epilepsie ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen der Welt und betrifft etwa 50 Millionen Menschen.

Die getestete Mozartsonate

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