Musikgespräch

Monika Recker-Johnson aus Ahrweiler zur Situation an den Musikschulen

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INTERVIEW

Die Flutkatastrophe im Kreis Ahrweiler hat auch viele Musikschulen zerstört. „Der Flügel stand auf dem Kopf, die Instrumente sind weggeschwemmt“, erinnert sich Monika Recker-Johnson, die an verschiedenen Musikschulen in der Region unterrichtet. Die Schäden seien enorm und eine Rückkehr zur Normalität noch nicht in Sicht.

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Nach der Flutkatastrophe ist Monika Recker-Johnson zu den Musikschulen und allgemeinbildenden Schulen im Kreis Ahrweiler gefahren, um das Ausmaß der Schäden zu erfassen: „Diese Schulen sind fast alle zerstört, schwerst zerstört“. Die Räumlichkeiten zum Musizieren seien nun sehr rar, da auch viele Kirchen und Gemeindehäuser zerstört seien.

Am Peter-Joerres-Gymnasium stand der Flügel auf dem Kopf, die Instrumente sind komplett weggeschwemmt worden. Ich habe noch einige retten können, aber es ist eine wirklich verzweifelte Situation.

Zerstörte Instrumente — ein bitterer Verlust für alle

Da Instrumente sowohl für die Schulen als auch für viele Familien kostspielig sind und deswegen von Musikschulen verliehen werden, ist der Verlust ziemlich bitter. Aus eigener Kraft lässt sich die Neuausstattung nicht stemmen, es werden Spenden gesammelt.

Neben Räumlichkeiten und Instrumenten sei auch die Infrastruktur in der Region schwer beschädigt. Man wisse von 50 Familien der Musikschule Ahrweiler, die schwer betroffen seien. Deswegen sei es gerade wichtig, Kontakt herzustellen, eine Art Normalität zu schaffen und Gespräche anzubieten. Auf Dauer solle Musik eine Stütze in der Krise sein.

Gespräch Kulturgüter im Ahr-Hochwasser: Ausmaß der Katastrophe noch unklar

Die Flutkatastrophe im Ahrtal hat auch Kulturgüter beschädigt. Die ganze Bandbreite von Bibliotheken und Archiven bis hin zu Museen sei betroffen, sagt Susann Harder, Präsidentin des Vereins Blue Shield. Sorge machen ihr vor allem denkmalgeschützte Gebäude: Erst wenn die Abrisse einsturzgefährdeter Gebäude anstehen, werde sich das ganze Ausmaß der Katastrophe zeigen, so Harde im Gespräch mit SWR2 Kultur Aktuell. „Das steht uns noch bevor.“  mehr...

SWR2 Kultur aktuell SWR2

Gespräch Denkmalschutz nach dem Hochwasser: Beim Wiederaufbau das historische Stadtbild retten

"Das Wasser hat auch vor historischen Gemäuern nicht Halt gemacht", sagt Ursula Schirmer von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in SWR2. Jedes Denkmal, ob nun Fachwerkhaus, Kirche oder Burg, das in den Hochwassergebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen steht, sei beschädigt. Schirmer warnt beim Wiederaufbau der Krisengebiete vor grobem Aktionismus: ,,Man muss aufpassen, dass man nicht, weil gerade der Bagger dasteht, mehr wegreißt als nötig ist.",,Die Stiftung verspricht Betroffenen finanzielle Hilfe aus dem eigenen Notfonds und macht Hoffnung: ,,Wer die Stadt Pirna, durch zwei Hochwasser geschädigt, kennt, weiß, dass es möglich ist, das ursprüngliche Stadtbild zurückzuerlangen." Fachwerkhäuser seien in Teilen reparierbar, ohne dass gleich ganze Wände eingerissen werden. Historische Fenster etwa solle man erst einmal zur Seite stellen, um sie denkmalpflegerisch aufzuarbeiten, sobald sie getrocknet sind. Das realistische Ziel: den historischen Charme etwa im Ahrtal zu erhalten. ,,Da ist viel finanzielle Hilfe nötig, ein langer Atem der Eigentümer und natürlich fachliche Unterstützung, die wir von allen Seiten sammeln."  mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

Gespräch Künstler helfen Künstlern - Kultur Rhein Neckar e.V. unterstützt hochwassergeschädigte Künstler

Es herrsche eine große Bereitschaft in der Kulturszene, den Künstlern zu helfen, die von der Flutkatastrophe besonders betroffen seien, sagt Eleonore Hefner vom Verein Kultur- Rhein- Neckar. Immer mehr Künstler böten dem Verein eigene Werke an, die dann gegen eine Spende abgegeben würden. Mit dem Geld könne man zwar kein zerstörtes Lebenswerk ersetzen, aber es sei wichtig, dass man Solidarität und Anteilnahme zeige.  mehr...

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