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Minnesota Orchestra stellt sich gegen örtliche Polizei und hinterfragt eigenen Rassismus

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Den Protesten nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz hat sich auch das Minnesota Orchestra in Minneapolis angeschlossen. Als ersten Schritt will das Orchester nicht weiter mit der örtlichen Polizei zusammenarbeiten.

Osmo Vänskä dirigiert das Minnesota Orchestra (Foto: imago images, LEILA NAVIDI)
Das Minnesota Orchestra und sein finnischer Chefdirigent Osmo Vänskä sehen sich nach der "Ermordung von George Floyd an einen Wendepunkt ihres Orchesters." 2018 spielten sie in weißer Konzertkleidung ein Konzert zu Ehren des 100. Geburtstages von Nelson Mandela. LEILA NAVIDI

Das Minnesota Orchestra in Minneapolis will nicht weiter mit der Polizei von Minneapolis (MPD) zusammenarbeiten. In einer Mitteilung des Orchesters vom 6. Juni erklärte das Orchester, dass es die Verbindung zum MPD abgebrochen hat und sich verpflichtet, "keine MPD-Beamten mehr für die Sicherheit bei Orchesterkonzerten zu engagieren". Zudem wurde der Rücktritt des verantwortlichen Polizeipräsidenten gefordert. Die Beziehung zum MPD werde so lange unterbrochen bleiben, bis diese "grundlegende Änderungen umsetzt“.

"Das Orchester spielt eine Rolle bei der Suche unserer Gemeinschaft nach Gerechtigkeit. Wir sind entschlossen, zuzuhören, zu lernen und Maßnahmen zu ergreifen, um in den kommenden Wochen und Monaten Veränderungen herbeizuführen."

Das US-Orchester teilte weiter mit, dass es als Teil der Minneapolis-Community um den getöteten George Floyd trauert und sich aktiv dafür einsetzen will, die rassistischen Ungerechtigkeiten in ihrer Branche anzuerkennen und den notwendigen Wandel voranzutreiben. Ein Twitter-Thread des Orchesters endet mit der Aussage, dass es auch daran arbeiten werde, sein eigenes „weißes Privileg“ zu hinterfragen und ihre Rolle im Rassismus zu beenden.

Der Bratschist des Minnesota Orchestra

Auch die Musiker des Orchesters wollen einen Wandel und ein Ende des systematischen Rassismus. Nach Meinung eines Bratschisten des Orchesters, Sam Bergman, muss sich dies auch in der Programmauswahl zeigen, die künftig auch Musik nicht-weißer Komponisten gleichermaßen beinhalten soll. Bergmann: "Wir sind Jahre hinter dem zurück, wo wir sein müssen, aber es muss irgendwo beginnen, und wir fangen an."

Das Minnesota Orchestra trauert um George Floyd

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