STAND

Zwar dürfen nach dem Abebben der Coronainfektionen allmählich wieder Konzerte stattfinden, doch immer nur für wenige Besucher. Ohne große Zuschüsse wird das in wirtschaftlicher Hinsicht aber nicht aufgehen.

Liederabend mit begrenztem Publikum in der Corona-Pandemie (Foto: Staatstheater Wiesbaden/Lukas Görlach)
Damit lässt sich nicht wirtschaftlich arbeiten: Ein Liederabend im großem Haus des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden mit 200 Besuchern am 18. Mai. Staatstheater Wiesbaden/Lukas Görlach

Während in Deutschland nach der Coronakrise erste Lockerungen stattfinden und von der Rückkehr zur Normalität gesprochen wird, sehen die deutschen Konzertveranstalter pessimistisch in die Zukunft. "Mit einem geforderten Mindestabstand von 1,50 Metern zwischen den Besuchern lässt sich keine Veranstaltung wirtschaftlich durchführen", teilte Jens Michow, Präsident des Bundesverbands der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) am Donnerstag, 4. Juni, mit. Der Verband hat daher ein Überbrückungsprogramm erarbeitet, das staatliche Zuschüsse von 3,75 Milliarden Euro fordert, um eine Wiederaufnahme des Veranstaltungsbetriebs zu ermöglichen.

Zuschüsse oder Stillstand

"Es ist für unseren Wirtschaftszweig eine Selbstverständlichkeit, dass auch bei Veranstaltungen der Infektionsschutz an allererster Stelle stehen muss", so Michow. "Wenn dies aber nur durch Gewährleistung eines Mindestabstands möglich sein sollte, wäre dies für die Branche gleichbedeutend mit einer Fortdauer des aktuellen Veranstaltungsverbots." Die Politik werde daher entscheiden müssen, ob es ihr wichtig ist, die aktuellen Strukturen des Kulturbetriebs zu erhalten oder in Kauf zu nehmen, dass zahlreiche Konzertveranstalter insolvent gehen. Von deren Fortexistenz seien aber die ausübenden Künstler*innen wirtschaftlich abhängig, mahnt der Verband.

Konjunkturpaket für die Musik unzureichend

Der Verband sieht die für die Livemusikbranche im Konjunkturpaket am 3. Juni bereitgestellten 150 Millionen Euro als völlig unzureichend an. Damit wäre nicht gewährleistet, dass die Veranstaltungsunternehmen bei deutlich reduzierten Einnahmen und zusätzlichen Kosten für Hygienemaßnahmne dieses Jahr wirtschaftlich überleben, kommentiert BDKV-Präsident Michow das Rettungspaket "Neustart Kultur".

Coronageld Konjunkturpaket erreicht auch die Musik

Eine der 130 Milliarden aus dem Konjunkturprogramm der Bundesregierung geht in den Kulturbereich. Das "Rettungs- und Zukunftspaket" soll einen Neustart ermöglichen und auch Musiker*innen wieder Arbeitsmöglichkeiten verschaffen.  mehr...

Bühne Schwieriger Neustart – Theater in Baden-Württemberg setzen auf kleine Formate

Theater in Baden-Württemberg dürfen wieder spielen – allerdings vor weniger als 100 Zuschauern. Besonders private Theater sind zögerlich, denn ein kleineres Publikum bedeutet für die Bühnen höhere Kosten. Für viele ist an eine Wiedereröffnung nicht zu denken – andere experimentieren mit neuen Formaten.  mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

Konzertbetrieb in Zeiten von Corona Schweizer Musikleben vor der Wiederauferstehung

Der Schweizer Bundesrat hat Lockerungen der Corona-Maßnahmen beschlossen. Konzerte bis 300 Personen sind wieder möglich. Bei Live-Musik ist die Bedingung: "Konsumation sitzend".  mehr...

STAND
AUTOR/IN