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Am 3. Dezember 2017 suspendierte die New Yorker Metropolitan Opera ihren Star-Dirigenten James Levine nach Vorwürfen wegen sexuellen Missbrauchs in mehreren Fällen, die Kündigung folgte im März 2018. Der folgende Streit über die Rechtmäßigkeit der Kündigung wurde offenbar mit einer Abfindung beendet.

Der langjährige Dirigent der Metropolitan Opera James Levine 2006 mit dem Boston Symphony Orchestra (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Michael Dwyer)
Levine wollte nach den Vorwürfen seine Arbeit ursprünglich rasch wieder aufnehmen. Die erste Gelegenheit wird der 77-Jährige im Januar 2021 in Florenz haben. Der dortige Intendant Alexander Pereira zu diesem Engagement: "Ich meine, die Musikwelt sollte ihm jetzt wieder zuhören." Michael Dwyer

Bei der außergerichtlichen Einigung zwischen der Metropolitan Opera New York und ihrem ehemaligen Künstlerischen Leiter, James Levine, wurde angeblich eine Millionenabfindung an den Dirigenten bezahlt. Nach Informationen der New York Times vom Sonntag, 20. September, zahlte das Opernhaus danach 3,5 Millionen US-Dollar nach der außergerichtlichen Einigung, die 2019 erfolgte. Details und Bedingungen der Einigung wurden damals nicht bekannt, da der Vergleich nach Angaben der Times mit einer Vertraulichkeitsvereinbarung geschlossen wurde. Levine hatte das Opernhaus nach seiner Entlassung auf 5,8 Millionen Dollar wegen Vertragsbruchs verklagt.

Glaubwürdige Beweise für sexuellen Missbrauch und Belästigung

Levine hatte die Metropolitan Opera mehr als vier Jahrzehnte lang künstlerisch geprägt, bevor seine Karriere dort nach Anschuldigungen wegen sexuellen Fehlverhaltens ein Ende fand. Der Dirigent hatte die Anschuldigungen von mehreren jungen Männern stets zurückgewiesen. Vor der Entlassung hatte die Met eine interne Untersuchung angestellt und glaubwürdige Beweise gefunden für Levines "sexuell missbräuchliches und belästigendes Verhalten gegenüber gefährdeten Künstlern im Anfangsstadium ihrer Karriere."

Zahlung vor Corona-Krise

Die Zahlung an Levine erfolgte nach Times-Informationen vor Beginn der Corona-Pandemie, welche die Met zur Schließung zwang und sie in große finanzielle Schwierigkeiten brachte. Wegen der Corona-Gefahr hat das Haus alle Aufführungen bis Ende des Jahres abgesagt. Viele Mitarbeiter, darunter auch das Orchester und der Chor, sind seit Monaten ohne Gehalt.

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