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Die New Yorker Met Opera hat auf die #BlackLivesMatter-Bewegung und auf die Rassismusvorwürfe gegen sie reagiert. Ein 4-Punkte-Plan soll künftig Rassismus am eigenen Haus vorbeugen.

 Terence Blanchard v2018 (Foto: Imago, Pacific Press Agency)
Der Komponist Terence Blanchard (58) wird der erste Schwarze sein, dessen Oper an der Met aufgeführt wird. Sein Werk "Fire shut up in my bones" steht für die Saison 2021/2022 auf dem Spielplan. Imago Pacific Press Agency

Die Metropolitan Opera hat einen Maßnahmeplan für einen bewussteren Umgang mit Rassismus in den eigenen Reihen erstellt. In dem am Dienstag, 23. Juni, auf der eigenen Webseite veröffentlichten Schreiben kündigt der Intendant Peter Gelb (67) konkrete Schritte für mehr Diversität und Inklusion an der Met an. Das Schreiben hatte der Intendant bereits am 10. Juni an alle Beschäftigten der Oper geschickt, um "als antirassistische Organisation voranzukommen."
In den vergangenen Wochen warfen Nutzer*innen in sozialen Netzwerken der Institution Rassismus vor. Die Programme seien noch zu weiß und einige Opernproduktionen würden rassistische Stereotype bedienen, hieß es in den Kommentaren.

Ein Diversitätsbeauftragter, ein offenes Ohr für Betroffene und Anti-Rassismus-Training

Als ersten Schritt will die Met einen Diversitätsbeauftragten einstellen. Dieser soll eine führende Position im Haus haben und mit allen Abteilungen zusammenarbeiten. Außerdem will die Oper Betroffenen von Rassismus und Diskriminierung mehr Gehör verschaffen. In sogenannten "Safe Forums“ sollen sich Betroffene künftig äußern und austauschen können.

Gelb kündigte auch an, zusammen mit dem Chef-Dirigenten Yannick Nézet-Séguin an einem Anti-Rassismus-Training teilzunehmen und das bestehende Anti-Diskriminierungsprogramm auszuweiten. Ein Schwerpunkt soll auf die Themen Gerechtigkeit, Macht und Mikro-Aggressionen gesetzt werden.

Als vierten und letzten Schritt solle eine bezahlte Praktikumsstelle geschaffen werden. Dafür soll bei der Rekrutierung mehr auf Diversität geachtet werden. Mit dem Praktikanten-Programm verfolge die Met die Förderung einer neuen, diversen Generation im Musik-Management.

Ein Vorwurf gegenüber der Met

Der 4-Punkte-Plan der Metropolitan Opera ist Folge der Rassismus-Vorwürfe im Netz. Im Juni wurde eine Petition gestartet, um Opern-Streams der Met zu entfernen, bei denen mit Blackfacing in Opernproduktionen gearbeitet wurde. Auf einem Twitter-Post zu #BlackLivesMatter reagierten die Nutzer darüber hinaus mit zahlreicher Kritik und Rassismus-Vorwürfen gegenüber dem Opernhaus. Einer der Vorwürfe war die Tatsache, dass die Oper erst in der Saison 2021/22 zum ersten Mal seit ihrer Eröffnung 1883 einen schwarzen Komponisten auf dem Spielplan hat.

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