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Funktioniert eine Spendengala-Veranstaltung mit vielen Stars der klassischen Musik auch als reines Online-Event? Die klamme New Yorker Metropolitan Opera startete einen Versuch und war erfolgreich.

GOLDA SCHULTZ (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Globe-ZUMA / Sonia Moskowitz)
Von der Met als Star aus Bayern angekündigt und bei der Gala mit einer Puccini-Arie dabei: die südafrikanische Golda Schultz (von 2014-2018 Ensemblemitglied der Bayerischen Staatsoper) Globe-ZUMA / Sonia Moskowitz

Drei Millionen Dollar und fast 30.000 neue Spender sind das Ergebnis der New Yorker Metropolitan Opera für ihre @home-Gala vom 25. April. Dies bestätigte Operndirektor Peter Gelb gegenüber der Financial Times (FT) am 3. Juli. Insgesamt hat das New Yorker Opernhaus sogar 60 Millionen Dollar an Spenden in den letzten Monaten gesammelt, um die coronabedingten Verluste auszugleichen. Dies habe nun das unmittelbare Problem des vorzeitigen Saisonendes 2019/20 und den Verlust der Karteneinnahmen für diese Herbstsaison gelöst, so Gelb in der FT.

Gala mit 40 Opernstars

Vierzig internationale Opernstars wie Anna Netrebko, René Pape, Renée Fleming, Elīna Garanča, Jonas Kaufmann und Bryn Terfel waren für die New Yorker Metropolitan Opera bei der virtuellen @home-Gala im April aufgetreten. Die Gala war kostenfrei auf der Met-Webseite zu sehen und Teil der Spendensammelaktion „The Voice Must Be Heard“ der Met, um das Unternehmen in der coronabedingten finanziellen Schieflage zu unterstützen.

Diana Damrau und Nicolas Teste singen vor der Küche

Operndirektor Peter Gelb hatte die Veranstaltung aus seiner Wohnung in Manhattan heraus moderiert, gemeinsam mit Musikdirektor Yannick Nézet-Séguin, der aus dem kanadischen Montreal zugeschaltet wurde. Von den 40 Sänger*innen waren 33 live von ihren jeweiligen Aufenthaltsorten und sieben weitere mit einer Aufzeichnung bei der vierstündigen Gala mit dabei. Nach Angabe der Met gegenüber der Agentur "Associated Press" (AP) schauten zeitweilig bis zu 300.000 Besucher live zu, innerhalb eines Tages wurden bereits 1 Million Zugriffe auf die aufgezeichnete Gala verzeichnet.

Met bleibt noch bis Jahresende geschlossen

Die Met ist seit dem 11. März aufgrund der Coronavirus-Pandemie geschlossen und musste ihre Saison frühzeitig beenden. Der dadurch entstandene Fehlbetrag soll sich auf einen mehrstelligen Millionenbetrag belaufen, der durch Spenden auszugleichen versucht wird. Im Mai mussten mehr als 40 Mitarbeiter in den Zwangsurlaub geschickt werden, die Gehaltszahlungen für Orchester- und Chormitglieder wurden im März bereits eingestellt. Anfang Juni wurden alle Veranstaltungen bis Jahresende abgesagt.

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