Musik

Marie Bäumer und das Freiburger Barockorchester widmen sich Liselotte von der Pfalz

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„Wenn ich im nächsten Leben nicht als Musikerin geboren werde, bin ich beleidigt“ sagt Schauspielerin Marie Bäumer. Sie genießt es sehr, mit Musikerinnen und Musikern zusammen zu arbeiten und hat sich deswegen auch so auf das Projekt mit dem Freiburger Barockorchester gefreut. Für „Madame in Versailles“ liest sie Briefe von Liselotte von der Pfalz. Einzigartige Zeugnisse vom Hof des Sonnenkönigs Ludwig XIV., das Orchester spielt dazu Musik, die am französischen Königshof von Versailles zu hören war.

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Liselotte mochte die Natur mehr als die Menschen

Derb geht es zuweilen zu in den Briefen von Liselotte von der Pfalz – sie nahm kein Blatt vor den Mund, wenn es um so manche Hofschranzen ging, um unverschämte Ritter oder auch mal um ihren eigenen Mann. Lieselotte ist Protagonistin und zugleich distanzierte Beobachterin des Lebens in Versailles.

Richtig heimisch geworden ist sie in Frankreich nicht, am Hof wurde sie „gedisst“, würde man heute sagen. Deswegen hat sie sich auch mehr zur Natur hingezogen gefühlt als zu anderen Menschen in ihrer Umgebung. Marie Bäumer sieht in den Texten auch eine zarte, verletzliche Seite, die sie gerne spürbar machen würde

Eine Fernsehserie brachte den Dramaturgen des Barockorchesters auf die Idee

Der Dramaturg des Barockorchesters, Martin Bail, kam auf die Idee zu diesem außergewöhnlichen Konzertprojekt über die historische Fernseh-Serie „Versailles“, die das Hofleben auch auf der Grundlage von Lieselottes Briefen rekonstruiert hat.

Wenn Lieselotte auch selbst kein großer Musik-Fan war, so war sie doch täglich von Musik umgeben: Musik von Johann August Strungk, die sie als Kind am Hof in Hannover gehört haben dürfte, eine ihr gewidmete Triosonate von Jean Francois Dandrieu oder Musik aus der Oper „Alceste“ von Jean Baptiste Lully, für die sich Lieselottes Schwager, der Sonnenkönig Ludwig XIV, sehr begeistern konnte.

Liselottes Briefe wirken frisch und direkt

Für Konzertmeisterin Amandine Beyer atmet die Musik sehr viel von dem repräsentativen, zuweilen auch theatralischen Charakter des höfischen Barock. Dabei ist aber auch sie sehr angetan, wie frisch und direkt Liselottes Briefe heute wirken.

Zeugnisse einer Frau, die den großen Künstlerfiguren ihrer Zeit wie Moliere, Racine oder Corneille viel Respekt entgegenbrachte und die in ihrer Widerstandskraft und geistigen Unabhängigkeit vielleicht weiter war als viele Frauen noch hunderte Jahre später.

Marie Bäumer hat sich jedenfalls von der Idee, die Briefe mit Musik zu verbinden anstecken lassen. Unter anderem, weil sie zwar leidenschaftliche Schauspielerin ist, aber sie sagt auch, sie wäre beleidigt, wenn sie im nächsten Leben nicht als Musikerin geboren würde.

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