Mariani Klavierquartett spielt Werke von Emilie Mayer Komponistin mit Witz und Leidenschaft

Emilie Mayer war zu Lebzeiten weit über die Grenzen Berlins hinaus bekannt, doch geriet die Komponistin nach ihrem Tod 1883 bald in Vergessenheit. Zeit, sie wieder zu entdecken, fanden SWR2 und das Mariani Klavierquartett! Die vier Musiker haben die beide Klavierquartette Es-Dur und G-Dur von Emilie Mayer im SWR Funkstudio Stuttgart aufgenommen.

Herausragende Komponistin mit eigenem Salon

Keine Komponistin des 19. Jahrhunderts hinterließ ein so umfangreiches und vielfältiges Schaffen wie Emilie Mayer: Sie hat Sinfonien geschrieben (die auch öffentlich aufgeführt wurden), Ouvertüren, Vokalwerke und jede Menge Kammermusik. Ihr Salon in Berlin war ein musikalischer Magnet für Musiker und Künstler aller Couleur.

Die Musiker des Mariani Quartetts lernten Emilie Mayers Musik kennen, als sie 2012 eingeladen wurden, ihr Klavierquartett Es-Dur bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern zu spielen. Fortan waren sie sehr angetan von Mayers Kompositionskunst, die eigenwillige harmonische und rhythmische Merkmale sowie Witz und Leidenschaft ausmacht.

Pianist Gerhard Vielhaber über Emilie-Mayer-CD

Eine unabhängige Frau

Emilie Mayer hat für eine Frau ihrer Zeit sehr untypisch gelebt: unverheiratet und bereits erwähnten Berliner Salon unterhaltend. Barbara Buntrock, die Bratschistin des Quartetts: „Ich finde, man hört diese Unabhängigkeit in ihrer Musik“. Von den beiden Klavierquartetten gab es bisher noch keine Aufnahme, so konnte das Mariani Klavierquartett ganz unbeeinflusst an die Interpretation herangehen.

Die Komposition der beiden Werke lässt sich am Ende der 1850er Jahre ansiedeln. Zu der Zeit lebte Emilie Mayer in Berlin als anerkannte Komponistin: Die meisten ihrer Werke waren mit Erfolg aufgeführt worden und sie erfreute sich einer breiten Anerkennung in Fachkreisen. Ihre beiden Quartette haben vier Sätze. Hier orientiert sich Mayer in der äußeren Form weniger an Mozart oder Beethoven, sondern eher am Vorbild Schumanns, dessen einziges Klavierquartett op. 47 gut 15 Jahre zuvor erschienen war. Dennoch zeigt sie sich als eine Komponistin, die ihren Weg zu einer eigenen romantischen Klangsprache gefunden hat.

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