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Das Saarländische Staatstheater öffnet seine Türen wieder: Am 8. April soll dort die Premiere des Singspiels „Im Weißen Rössl“ von Ralph Benatzky mit Publikum stattfinden. Die Öffnung ist Teil des sogenannten Saarland-Modells. Auf Basis von Schnelltests werden derzeit Einrichtungen im Saarland wieder geöffnet.

Saarländisches Staatstheater , Saarbrücken, Saarland, Deutschland. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance | Torsten Krueger)
Theater, Konzerthäuser, Opern und Kinos dürfen öffnen - mit Kontaktnachverfolgung und negativem Corona-Test. picture alliance | Torsten Krueger

Das Saarland hat das öffentliche Leben am 6. April ein Stück weit wieder hochgefahren - trotz gestiegener Corona-Zahlen. Restaurants und Cafés dürfen im Saarland ihren Außenbereich wieder öffnen, wenn Gäste vorher reservieren und die Kontakte nachverfolgt werden können. Auch Theater, Kinos und Fitnessstudios dürfen wieder aufmachen - Besucher*innen müssen allerdings einen aktuellen negativen Schnelltest vorlegen und ihre Kontaktdaten angeben.

Hurra, wir spielen wieder!

„Hurra, wir spielen wieder!“ - so hatte das Saarländische Staatstheater reagiert. „Unser lang ersehnter Wunsch wird endlich Wirklichkeit“. Am 8. April wird die Premiere des Singspiels „Im Weißen Rössl“ von Ralph Benatzky sowie das Ballett „Winterreise“ von Stijn Celis stattfinden. Voraussetzung für den Besuch des Saarländischen Staatstheaters sei ein negativer SARS-COV-2-Test, der nicht älter als 24 Stunden ist. Die Besucher*innen sollen nach wie vor Abstand halten, Masken tragen und ihre Kontakte nachverfolgen.

„Dieser Schritt ist sehr wichtig, weil man jetzt nach vielen Monaten der Pandemiemüdigkeit, der Erschöpfung, der Frustration und der Traurigkeit endlich wieder einen Hoffnungsschimmer hat.“

Generalintendant Bodo Busse über das Projekt der Landesregierung

Schlangen an der Theaterkasse und Sorgen um weitere Schließungen

Bereits am Morgen des Vorverkaufstarts, so berichtet Mitarbeiterin Petra Zapp, standen Kulturfreunde an der Theaterkasse an, um sich Tickets zu sichern. „Wir haben um 10 Uhr geöffnet, aber die ersten warteten mit ihren Stühlchen schon seit 8.30 Uhr draußen.“ Seit November hätten Interessenten - die meisten davon Stammkunden - in den Startlöchern gestanden. „Alle haben darauf gewartet und alle freuen sich, dass es wieder losgeht, das merkt man.“

Wie lange das Theater geöffnet bleibt, ist allerdings nicht bekannt und auch das Theater sieht die Lage nüchtern: „Bei aller Freude, allem Optimismus und trotz bester Planung wird ein Unsicherheitsfaktor leider bleiben: die Covid-Fallzahlen im Saarland. Sollte sich die Situation verschärfen und seitens der Politik die sogenannte Notbremse angewandt werden, ist nicht auszuschließen, dass das Saarländische Staatstheater den Spielbetrieb wieder einstellen muss.“

Bundeskanzlerin Merkel (CDU) findet den Modellversuch „sehr gewagt“

Am Ostermontag war im Saarland eine Inzidenz von 91,3 gemeldet
worden. Vor zwei Wochen (23. März) lag sie noch bei 65,6. Dass das
Saarland das Projekt in einer Zeit insgesamt steigender Infektionszahlen startet, war bundesweit bei Politik und Wissenschaft auch auf Kritik gestoßen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bezeichnete die Ankündigung als „sehr gewagt“. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte am Oster-Wochenende einen „Brücken-Lockdown“ in Deutschland gefordert. Damit solle die Zeit überbrückt werden, bis viele Menschen geimpft seien.

Erneute Schließungen drohen, wenn die Inzidenz steigt

Die Öffnungen sind der Landesregierung zufolge in dieser Form nur erlaubt, solange die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern binnen einer Woche, im Bundesland unter 100 liegt.

Steigt die Inzidenz an 3 Tagen über 100, greift ein Ampelsystem - mit einer dann ausgeweiteten Testpflicht (gelb) unter anderem für den Einzelhandel. Wenn eine Überlastung des Gesundheitswesens droht, soll die Notbremse (rot) gezogen werden: Die Öffnungen werden kassiert, es folgt ein Lockdown.

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