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Ohne Publikumsaufführungen und Tourneen brechen Orchestern und Konzerthäusern weltweit die Einnahmen weg. Einsparungen sind zwangsläufig, vor allem beim Personal.

New Yorker Philharmoniker beenden Saison und kürzen Gehälter

Die Leitung der New Yorker Philharmoniker schätzt die finanziellen Verluste durch die Pandemie auf zehn Millionen US-Dollar. Die Gehälter für die 106 Musiker werden im April auf das Mindestmaß gekürzt und bis Mai auf 75 Prozent des Mindestmaßes, hieß es weiter. Mögliche Beurlaubungen und Entlassungen bei den 113 Mitarbeitern der Verwaltung würden geprüft.
Die Präsidentin und Vorstandsvorsitzende des Orchesters, Deborah Borda, bat Ticketinhaber in New York, den Kaufpreis zu spenden, anstatt ihn sich erstatten zu lassen. "Der Wert Ihrer Eintrittskarte wäre für uns in dieser Zeit eine unglaubliche Hilfe", schrieb sie in einem Brief an die Kunden, der auf der Webseite der New Yorker Philharmoniker veröffentlicht wurde.

Opernhaus Zürich, Schweiz, Europa (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Jonathan Carlile)
Optimistisch: Für Vorstellungen ab dem 1. Mai ist der Ticketkauf am Opernhaus Zürich möglich. Jonathan Carlile

Kurzarbeit und Kunstpause am Opernhaus Zürich

Mit dem Schlagwort "Kunstpause" erläutert das Zürcher Opernhaus auf seiner Webseite die derzeitige Schließung wegen der Corona-Pandemie. Gleichzeitig bittet die Oper ihre Kunden auch, ihre Eintrittskarten nicht erstatten zu lassen, sondern - gegen Spendenquittung - zu spenden, um das erwartete Millionendefizit zu minimieren. Dennoch reagiert das Opernhaus auch mit Einsparungen bei den Personalkosten. Wie der Bayerische Rundfunk am 23. März berichtet, will das Opernhaus Orchester und Chor in die Kurzarbeit schicken - mit entsprechenden Gehaltskürzungen bei den Beschäftigten.

Berliner Staatsoper befürchtet 2,5 Millionen Euro Einnahmenminus

Die Berliner Staatsoper Unter den Linden rechnet mit einem Einnahmenminus in Höhe von mindestens 2,5 Millionen Euro in Folge der Corona-Krise. "Der wirtschaftliche Schaden wird enorm sein", sagte der Intendant der Berliner Staatsoper, Matthias Schulz, der "Berliner Morgenpost" am Montag, 23. März. Er mache sich vor allem auch Sorgen um die nicht fest am Haus Beschäftigten wie Sängergäste, die nun Verdienstausfälle hätten. "Es erfordert jetzt einen
Schulterschluss mit der Politik und viel Kulanz von allen Seiten. Es gibt Härtefälle."

New Yorker Metropolitan Opera kann Musiker nicht mehr bezahlen

An der Metropolitan Opera ist die Saison vorzeitig beendet. Es droht ein Verlust von bis 60 Millionen US-Dollar, wie die New York Times am 19. März berichtete. Das Orchester, der Chor und die Bühnenarbeiter des Unternehmens werden ab April demnach nicht mehr bezahlt, das Management verzichtet auf einen Teil des Lohns. Eine Spendenaktion soll nun etwas Geld in die leeren Kassen spülen.

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