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Ende März sah die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) noch keinen Grund für Kurzarbeit im Orchesterbereich. Nun stimmten auch sie einem Tarifvertrag zu, der dies ermöglicht.

Das Philharmonische Orchester der Stadt Ulm vor großem Publikum (Foto: SWR, Frank Wiesner)
Kurzarbeit bei Orchestern? Ist nun auch für das Philharmonische Orchester Ulm tarifvertraglich möglich. Frank Wiesner

Auch für ein Teil der öffentlichen Orchester kann nun Kurzarbeit angeordnet werden. Der Deutsche Bühnenverein für die Arbeitgeber und drei Künstlergewerkschaften - darunter die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) - einigten sich auf die mögliche Einführung von Kurzarbeit an kommunalen Theatern und Orchestern. Die Tarifeinigung sei angelehnt an den Tarifvertrag zwischen der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) und den Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes für Beschäftigte kommunaler Betriebe, teilte der Bühnenverein am Donnerstag, 30. April, in Köln mit.

Bis zu 95 Prozent Kurzarbeitergeld für Musiker*innen

Die vom Arbeitgeber zu zahlenden Aufstockungen auf das Kurzarbeitergeld sehen bei niedrigeren Vergütungen mindestens 95 Prozent, bei höheren Vergütungen mindestens 90 Prozent des Nettogehalts vor. Der Tarifvertrag gilt rückwirkend ab 1. April 2020 bis zum Jahresende und schließt betriebsbedingte Kündigungen vorübergehend aus. Durch diese Maßnahme sollen die Einnahmeausfälle der Theater und Orchester während der Corona-Krise kompensiert und die Arbeitsplätze gesichert werden, teilte der Bühnenverein mit. Die Tarifeinigung gilt nicht für die Staatstheater und -orchester der Länder.

Corona-Folgen Orchestervereinigung sieht keinen Grund für Kurzarbeit bei Orchestern

Während sich auch in anderen Ländern Orchester und Chöre in Kurzarbeit befinden und die Deutsche Jazzunion ein Grundeinkommen für freischaffende Musiker*innen fordert, soll sich für festangestellte Orchestermusiker nichts ändern.  mehr...

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