Operngeschichte

Mailänder Ricordi-Archiv macht historische Opernfotos frei zugänglich

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Maria Callas 1957 während der Aufnahme von Cherubinis Medea (Foto: Pressestelle, © Bertelsmann)
Maria Callas, 1957 gebannt auf Silbergelatinepapier, während der Aufnahme von Cherubinis „Medea“ in der Mailänder Scala. Pressestelle © Bertelsmann

Das zum Bertelsmannkonzern gehörende Mailänder Ricordi-Archiv macht seine umfangreiche Fotosammlung zur Operngeschichte frei zugänglich. In Zusammenarbeit mit der Turiner Institution „CAMERA – Centro Italiano per la Fotografia“ werden zunächst rund tausend Fotografien in weboptimierter Auflösung online gestellt. Die gesamte, 6.000 historische Bilder umfassende Fotosammlung des Archivio Storico Ricordi soll bis zum Ende des Jahres vervollständigt werden, teilte das Medienunternehmen Bertelsmann am 18. Januar mit.

Fotos von Komponisten, Sängerinnen und Aufführungen

Die Sammlung, deren früheste Bilder aus den Anfangstagen der Fotografie Mitte des 19. Jahrhunderts stammen, zeigen die Stars der italienischen Opernszene. Neben Fotos von Komponisten wie Giuseppe Verdi und Giacomo Puccini sind auch Bilder von Sänger*innen, Fotos von Bühnenbildern, Kostümen und Aufführungen zu sehen. Laut Mitteilung erlaubten die Aufnahmen detaillierte Einblicke in die Vergangenheit großer Opernhäuser und gäben wertvolle Hinweise auf die Aufführungsgeschichte vieler Opern.

Archiv mit Partituren, Korrespondenz und Fotos

Das Archivio Storico Ricordi, das seit 1994 zu Bertelsmann gehört, gilt als eine der weltweit umfangreichsten Musiksammlungen in privater Hand. Zu seinem Bestand gehören gut 7.800 Originalpartituren – darunter wertvolle Originalhandschriften von Giuseppe Verdi und Giacomo Puccini – sowie rund 10.000 Libretti, zahlreiche Kostümzeichnungen sowie die komplette Geschäftskorrespondenz bis 1962 des von Musikverleger Giulio Ricordi (1840–1912) gegründeten Ricordi-Verlags. Bertelsmann lässt die Archivalien umfassend katalogisieren, teilweise restaurieren sowie digitalisieren.

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Renata Tebaldi galt lange als eine der schönsten Sopran-Stimmen des 20. Jahrhunderts, mit den Traumpartien des italienischen Fachs. Doch als Maria Callas die Bühne betrat, brach ein Divenkrieg aus. Von nun an musste sich die Tebaldi ständig an der Callas messen lassen. Daher verlegte sie ihren Wirkungskreis aus Europa an die New Yorker Metropolitan Opera, und schrieb dort mit ihrer Gestaltung der liebenden und leidenden Verdi-, Puccini- und Verismo-Heldinnen Operngeschichte.

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Zeitwort 29.6.1910: Die Opernsängerin Anna Sutter wird erschossen

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