Musikerziehung

Baden-Württembergs Musikschulen haben Lehrermangel und acht Prozent weniger Schüler*innen

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Online-Unterricht an der Gitarre (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Foto: Stephan Schulz)
Mit digitalem Unterricht ist an mancher Musikschule die Zahl der Schüler*innen stabil geblieben - andere unterrichten bis zu 30 Prozent weniger Schüler*innen als vor Beginn der Pandemie. Foto: Stephan Schulz

Baden-Württembergs Musikschulen spüren die Folgen der Corona-Pandemie. Zum einen sei die Zahl der Schüler während der Corona-Pandemie um fast acht Prozent gesunken, zum anderen fehlten Lehrer, teilte der Landesverband der Musikschulen Baden-Württembergs im Vorfeld seiner Jahrestagung in Ravensburg am 8. und 9. September mit. Vor allem im grundlegenden Musikunterricht, der Elementaren Musikpädagogik, bei der es um einen vielfältigen Zugang zur Musik für Menschen aller Altersgruppen geht, fehlten derzeit Fachkräfte. Landesweit könnten offene Stellen nicht besetzt werden.

Maßnahmen gegen Lehrermangel gefordert

Musikhochschulen müssten daher die entsprechenden Studiengänge weiter stärken, sagte der Leiter der Stuttgarter Musikschule und Vorsitzende des Landesverbands, Friedrich-Koh Dolge. Aber auch sichere Arbeitsplätze mit auskömmlichen Gehältern seien wichtig, um mehr junge Menschen für den Beruf zu begeistern. Der Lehrer-Bedarf ist demnach im grundlegenden Musikunterricht besonders groß, weil in diesem Bereich vermehrt mit Ganztagsschulen und Kitas zusammengearbeitet wird.

Wieder „Aufwärtsbewegung" bei Schülerzahlen erwartet

Bei der Zahl der öffentlichen Musikschulen liegt Baden-Württemberg einer Studie des Deutschen Musikinformationszentrums zufolge mit 214 auf dem zweiten Platz knapp hinter Bayern (218). Im Südwesten unterrichten nach Angaben des Landesverbands knapp 8.000 Lehrer*innen mehr als 300.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Für das laufenden Jahr erwarteten die Musikschulen wieder eine „Aufwärtsbewegung", sagte Dolge. Voraussetzung dafür sei aber, dass es keine neuen Corona-Einschränkungen gebe.

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