Chormusik und Gleichberechtigung

Ab 2025 können Mädchen im berühmten Londoner St. Paul's-Chor mitsingen

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Die St. Paul's Choristers proben in der Londoner St. Paul's Cathedr (Foto: IMAGO, Andrew Parsons)
Die Knaben der St. Paul's Choristers sind bei der Probe bisher noch unter sich. Andrew Parsons

Nach rund 900 Jahren Chorgesang mit ausschließlich männlichen Stimmen sollen künftig Mädchen in dem berühmten Chor der Londoner Kathedrale St. Paul's mitsingen dürfen. Im Jahr 2025 sollen die ersten Chorsängerinnen aufgenommen werden, wie der britische „Guardian“ berichtete. Zuvor sollen Kapazitäten in den entsprechenden Internaten und Stipendien geschaffen werden.

Meilenstein der Chorgeschichte

Der Chor von St. Paul's tritt bei wichtigen gesellschaftlichen Ereignissen, aber auch bei den wöchentlichen Sonntagsgottesdiensten auf. Andrew Carwood, Musikdirektor von St. Paul's, sprach von einem „wichtigen Meilenstein in der Geschichte des Chores“. In anderen traditionsreichen Kirchenchören in England dürfen Mädchen schon länger mitsingen, Salisbury war dem Bericht zufolge vor 31 Jahren der erste Kirchenchor Englands, der diesen Schritt ging.

Kritik an der Öffnung kommt von der Traditional Cathedral Choir Association, die sich für die Aufrechterhaltung reiner Jungen- und Männerchöre einsetzt. In ihren Augen ist dies ein bedeutsamer Teil des kulturellen Erbes, den es zu bewahren gilt.

Mädchen auch bei Regensburger Domspatzen

Auch an der Schule der Regensburger Domspatzen werden künftig Mädchen als Sängerinnen ausgebildet. Seite an Seite sollen Jungen und Mädchen dort jedoch auch künftig im Regelfall nicht singen - vielmehr soll es nach Geschlechtern getrennte Chöre geben.

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