Kulturelle Teilhabe

Staatstheater Karlsruhe: „1001 Nacht“ mit Audiodeskription für sehbeeinträchtigte Kinder

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Das Theaterstück „1001 Nacht“ für die ganze Familie kann sich dank Audiodeskriptionen fast besser hören als sehen lassen. Kinder, die wegen ihrer Sehbehinderung sonst nicht ins Theater gehen würden, bekommen hier per Headset das Theaterbild und das Geschehen auf der Bühne in Echtzeit erklärt. „1001 Nacht“ mit Audiodeskriptionen ist Teil des inklusiven Theaterprojekts „Theater für alle“ zum zehnjährigen Jubiläum des Jungen Staatstheaters Karlsruhe.

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Noch keine Szene für Audiodeskription in Karlsruhe

„Am Anfang ist die Bühne ziemlich leer. Nur links vorn steht die ganze Zeit ein niedriges Podest für die Musikerin. Es ist mit einem gemusterten Teppich bedeckt als Unterlage für ihre Instrumente. Auf der Bühne gibt es fünf Vorhänge in verschiedenen Farben. Sie sind hintereinander aufgehängt und sind so breit und hoch wie der Bühnenraum.“

Diese Sätze sind ein Beispiel einer Audiodeskription aus dem Theaterstück „1001 Nacht“ am Staatstheater Karlsruhe. Vorgelesen werden sie von der Sprecherin Sylvie Ebelt, die dafür extra aus Gelsenkirchen angereist ist, „weil es in Karlsruhe noch keine Audiodeskriptionsszene gibt.“

„Das wäre wahrscheinlich der nächste Schritt, dass man hier auch Leute dafür ausbildet“, so Ebelt. Immer mehr Theater und Opernhäuser stellen bei ausgewählten Aufführungen eine Audiodeskription bereit. Das Bild als Audio zu übersetzen, ist aber gar nicht so leicht, erklärt Sylvie Ebelt.

Audiodeskription – eine anspruchsvolle Tätigkeit

Zum einen müsse man nach dramaturgischen Kriterien entscheiden, welche Infos beschrieben werden sollten, damit der Rest der Handlung gut mitverfolgt werden kann. Darüber hinaus stellen sich weitere Fragen, wie z.B. wann man auch Geräusche erklären muss, wie kurz und prägnant getextet werden kann und noch viel mehr.

Auch die Erstellung der Audiodeskriptionen nimmt viel Zeit in Anspruch. Sylvie Ebelt sieht sich zunächst eine Live-Aufführung des Stückes an, textet dann mithilfe eines Videos der Aufführung. In einem Testlauf wird anschließend das Timing der Audiodeskription überprüft und es werden finale Anpassungen vorgenommen.

Für Sylvie Ebelt ist das eine mehr als sinnvolle Tätigkeit. Aus eigener Erfahrung mit sehbeeinträchtigten Kindern weiß sie um die Bedeutung von Audiodeskriptionen: „Es ist schade, Leute von einem Kunsterlebnis auszuschließen, nur weil sie es optisch nicht mitkriegen.“

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