STAND

Aufgrund der Corona-Pandemie und der Veranstaltungsverbote finden keine Konzerte und Tourneen mehr statt. Wenn nun alle sofort ihr Ticketgeld zurück wollen, könnte dies weitreichende Folgen haben.

Soundcheck der Band Naturally 7 (Foto: SWR, SWR1 - Foto: Jens Nagler)
Ohne Besucher und ohne geeignete Unterstützungsmaßnahmen werde es zu einem noch nicht absehbaren Schaden für die deutsche Kulturlandschaft kommen, meint der Eventim-Chef. SWR1 - Foto: Jens Nagler

Kleine und mittelgroße Konzertveranstalter sind nach Worten von Eventim-Chef Klaus-Peter Schulenberg aufgrund der Corona-Krise in ihrer Existenz bedroht. Sollte es eine bislang geplante aufschiebende Regelung für die Ticketerstattung nicht geben, dann werde die Kulturlandschaft in Deutschland umfassend und dauerhaft Schaden nehmen. "Dann gehen mehr als die Hälfte der deutschen Veranstalter in den Konkurs", sagte Schulenberg der Deutschen Presse-Agentur. Allein bei Eventim, einem der größten europäischen Ticket- und Veranstaltungsunternehmen, seien inzwischen 55.000 Veranstaltungen verschoben worden.

"Wenn jetzt alle kommen und sofort das Geld zurückwollen, das der Veranstalter ja schon ausgegeben hat, in der Erwartung, dass die Show stattfindet, dann wird es sehr, sehr schwierig."

Eventim-Chef Klaus-Peter Schulenberg

Ticketerstattungszeitraum strecken

An den Bundestag appellierte er, das Moratorium zu verankern, das noch bis vorigen Freitag im Gesetzentwurf zur Abmilderung der Corona-Folgen gestanden habe. In einem jüngeren Entwurf sei es nicht mehr enthalten. Es müsse aber möglich sein, bis 30. September die Rückzahlung von Tickets zu strecken oder abgesagte Veranstaltungen im Herbst nachzuholen.
Diesen "absolut steuerkostenneutralen Vorschlag" habe man der Bundesregierung zur Entspannung der Lage unterbreitet. Er sei zumutbar und würde helfen, sonst unvermeidbare Insolvenzen zu verhindern, so Schulenberg. Die Veranstalter hätten für viele Leistungen in Vorkasse gehen müssen und unter anderem für Künstler und Marketing bereits gezahlt.

Corona-Hilfspaket ist gut, muss aber wohl nachjustiert werden.

Ob und wie gut das Corona-Hilfspaket der Bundesregierung für die Wirtschaft tatsächlich wirkt, das hängt maßgeblich davon ab, wie lange der "Lockdown" in Deutschland dauert, sagt die Volkswirtschaftlerin Xenia Matschke von der Uni Trier. Grundsätzlich hält sie es für gut, rechnet aber damit, dass es nachjustiert werden muss. Warum, erklärt sie im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Astrid Meisoll.  mehr...

Gesprächsreihe Die Corona-Krise als Beschleuniger — welche gesellschaftlichen Folgen hat die Pandemie?

Bringt die Corona-Krise für das Klima, was die Klimadebatte nie geschafft hat? Geht jetzt die Digitalisierung schneller voran? Beschleunigt die Krise gesellschaftliche Entwicklungen in Deutschland? SWR2 fragt Experten, welche Folgen die Pandemie haben könnte.  mehr...

Die Halle 45 und Partner in der Corona-Krise

Nicht nur die Künstler, auch die Veranstalter leiden sehr unter den Folgen der Corona-Krise. Zum Beispiel die Halle 45 in Mainz  mehr...

Landesart SWR Fernsehen RP

STAND
AUTOR/IN