US-Kontrabassist

Jazzmusiker Gary Peacock mit 85 Jahren gestorben

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Er wurde als "stilprägende Jazzlegende" charakterisiert und auch als einer der größten Kontrabassisten bezeichnet, die der Jazz je hatte: der Musiker Gary Peacock.

US-amerikanischer Kontrabassist Gary Peacock (Foto: picture-alliance / Reportdienste,  Bruno Bebert)
Gary Peacock - 2011 bei einer Probe mit Keith Jarrett und Jack DeJohnette bei einem Festival in Antibes, Frankreich Bruno Bebert

Seit mehreren Tagen kursierten bereits unbestätigte Meldungen zu seinem Tod und deren Dementis. Doch der US-amerikanische Kontrabassist Gary Peacock ist tot. Er starb bereits am 4. September in seinem Haus in der Nähe von Woodstock im US-Bundesstaat New York, wie seine Familie dem National Public Radio (NPR) am 7. September bestätigte. Eine Todesursache wurde nicht genannt. Peacock galt als vielseitiger Bassist und war einer der bekanntesten Protagonisten des Modern Jazz. Von 1983 bis 2014 spielte er mit Schlagzeuger Jack DeJohnette als Teil von Keith Jarretts Klaviertrio Standards Trio. Während dieser Zeit veröffentlichten sie 22 Alben.

′′Ich habe einen lebenslangen Freund verloren und einen Musiker, den ich seit dem ersten Mal, als ich ihn hörte, sehr bewundert hatte. Wir waren so froh und stolz, ihn so früh in unserem Programm präsentieren zu dürfen."

Zufalls-Bassist

Peacock wurde 1935 in Idaho geboren und spielte zunächst Trompete, Klavier und Schlagzeug. Seine Armeezeit verbrachte er in Deutschland, wo er in einem Trio Klavier spielte, wechselte aber zum Bass, als der Bassist aufhörte. Neben gut 50 Platten, bei denen er beteiligt war, spielte er in seiner Jahrzehnte dauernden Karriere mit vielen Größen des Jazz zusammen wie Albet Ayler, Bill Evans, Masabumi Kikuchi und Albert Mangelsdorff.
Peacock nahm sich Ende der 1960er-Jahre eine Pause von der Musik und zog für einige Jahre nach Japan und beschäftigte sich mit Kochen und Meditation. Im Anschluss studierte er in Washington Molekularbiologie.

Die Selbstlosigkeit des Bassisten

In einem NPR-Interview vor einigen Jahren erklärte Peacock, dass seine Beschäftigung mit der japanischen Sprache bei ihm zu einem Gefühl der Selbstlosigkeit geführt habe, da in der japanischen Sprache quasi keine Personalpronomen vorkommen. Diese Erfahrung führte bei ihm zu seiner Einstellung als Musiker: sich selbst aus dem Weg gehen und den anderen Bandkollegen ihren solistischen Platz zu geben. So erleichterte er es seinen Bandkollegen, stets das Beste zu spielen.

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