Corona-Hilfen

Konjunkturpaket erreicht die Konzertbranche - mit 80 Millionen für Musikveranstalter

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Eine der 130 Milliarden aus dem Corona-Konjunkturprogramm der Bundesregierung geht in den Kulturbereich. Das „Rettungs- und Zukunftspaket" soll einen „Neustart Kultur" ermöglichen und Musiker*innen wieder Arbeitsmöglichkeiten verschaffen.

Staatsministerin Monika Grütters (Foto: IMAGO, imago images / Christian Spicker)
Staatsministerin Monika Grütters: „Wir wollen unsere einzigartige Kulturlandschaft retten und den Künstlerinnen und Künstlern eine Perspektive geben.“ imago images / Christian Spicker

Im Rahmen des Milliardenpakets zur Stützung der Kulturszene in der Coronakrise fördert der Bund Musikfestivals und Livemusik-Veranstalter mit bis zu 80 Millionen Euro. Dies teilte die Kulturstaatsministerin am Mittwoch, 19. August, mit. Insgesamt waren Anfang Juni rund 150 Millionen Euro für die Musikbranche vorgesehen. Weitere Hilfen für Clubs und Livemusik-Spielstätten, Musikverlage und Musikfachhandel seien geplant.

Bis zu 800.000 Euro für Musik-Spielstätten

„Seit Beginn der Corona-Krise finden nahezu keine Konzerte mehr statt, auch der Festival-Sommer musste fast komplett ausfallen", sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Dadurch seien viele kleine und mittelständische Unternehmen der Live-Branche in ihrer Existenz bedroht. Ziel der Förderung sei es, „die immense Vielfalt unseres Musiklebens in den Metropolen, den Städten und auf dem Land abzusichern". Musikfestivals können bis zu 250.000 Euro erhalten, Veranstalter von Livemusik-Programmen auf Antag sogar bis zu 800.000 Euro. Antragsunterlagen sollen ab dem 7. September 2020 auf der Website der Initiative Musik zu finden sein.

Eine Milliarde für die Kultur

Mit einem „kraftvollen Aufschlag" in Höhe von einer Milliarde Euro hatte Kulturstaatsministerin Monika Grütters der coronabedingt darbenden Kulturszene im Juni versprochen, über die Krise hinweg zu helfen. "Wir machen Infrastruktur", hatte Grütters das Hilfspaket der Bundesregierung umschrieben. Die Kultur bekomme damit ihr eigenes Programm, bleibe aber auch Teil des großen Ganzen und damit anderer Hilfsprogramme. "Es geht um eine rasche Wiedereröffnung der Betriebe", sagte die CDU-Politikerin.

150 Millionen für die Musik

Nach Angaben von Grütters sollten mit 250 Millionen Euro Kultureinrichtungen bei der Umsetzung etwa von Hygienekonzepten, Online-Ticket-Systemen oder Belüftungssystemen geholfen werden. Bis zu 150 Millionen Euro waren vorgesehen, um Kulturschaffende der Musikbranche aus der Kurzarbeit zu holen und ihr Wirken zu finanzieren. Die Mittel sollten den Livemusikstätten, Musikfestivals, -veranstaltern und -vermittlern zur Verfügung gestellt werden, wovon 80 Millionen nun also an die Veranstalter fließen sollen.

Nicht nur zusätzliche Finanzmittel

Kombiniert mit Hilfen anderer Bundesressorts und den Programmen der für Kultur zuständigen Länder rechnete Grütters im Juni mit zusätzlich fünf bis sechs Milliarden Euro. Bei der mitgeteilten Summe von einer Milliarde aus dem Bundeskulturhaushalt für die Milderung der Pandemiefolgen sind allerdings auch bereits in die Wege geleitete Maßnahmen enthalten. So auch die 5,4 Millionen Euro für die deutsche Orchesterlandschaft, die bereits im April durch Umwidmungen bereitgestellt wurden.

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SWR