Corona-Forschung

Virusübertragung: Klarinettenspiel fast so gefährlich wie menschliche Stimme

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Klarinettenspiel (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Zoonar | Polarpx)
Gefährliches Spiel bei Virenalast - lässt sich aber mit speziellen Filtern deutlich minimiren. Zoonar | Polarpx

Blasmusik ist bei Corona-Gefahr weniger ansteckend als Chorgesang, die Klarinette aber gefährlicher als die Flöte. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen laut einer Mitteilung vom 22. September. Als risikoreichstes BlasInstrument bei einer möglichen Verbreitung von Viren wie Sars-CoV-2 nach der menschliche Stimme wurde die Klarinette identifiziert. Generell gelangen beim Spielen von Blasinstrumenten zwar deutlich weniger Aerosole in die Umgebung als beim Singen - aber immer noch bis zu 50 Mal mehr als beim Atmen.

Klarinette und Posaune sorgen für größtes Ansteckungsrisiko

Die Forschenden untersuchten, wie viele Partikel welcher Größe beim Spielen von 20 verschiedenen Blasinstrumenten freigesetzt werden. Relativ viele Viren können demnach aus der Klarinette kommen. Sie setzt deutlich mehr Aerosol frei, das Krankheitserreger wie Sars-CoV-2 enthalten kann, als etwa die Flöte und erreicht beinahe so hohe Werte wie beim Singen.
So beträgt das Ansteckungsrisiko bei der Klarinette und der Posaune in einem Abstand von anderthalb Metern nach vier Minuten bereits bis zu 50 Prozent. Im selben Abstand zu einer Flöte wird dieses Infektionsrisiko erst nach drei Stunden erreicht. Alle anderen gemessenen Instrumente lagen dazwischen.

 „Bei Blechblasinstrumenten funktionieren Masken auf dem Schallstück zuverlässig, um den Ausstoß infektiöser Partikel zu reduzieren.“

Mit Schutz kann Musikbetrieb fortgesetzt werden

Die Studie untersuchte auch, wie gut sich die Ansteckungsgefahr durch eigens angefertigte Partikelfilter, ähnlich dem Vlies von FFP2-Masken, reduzieren lässt. Masken auf den Enden der Blechblasinstrumente funktionieren dabei zuverlässig, tragen Zuhörer*innen zudem eine FFP2-Maske wird die Ansteckungsgefahr nochmals deutlich reduziert.

Simone Scheithauer, Direktorin der Universitätsmedizin Göttingen erklärte dazu, dass mit gezielten Schutzmaßnahmen der „musikalische Kulturbetrieb auch in kritischen Situationen mit nur geringen Einschränkungen" aufrecht zu erhalten sei.

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SWR