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Während sich auch in anderen Ländern Orchester und Chöre in Kurzarbeit befinden und die Deutsche Jazzunion ein Grundeinkommen für freischaffende Musiker*innen fordert, soll sich für festangestelle Orchestermusiker nichts ändern.


Württembergische Philharmonie Reutlingen (Foto: WPR/Jürgen Lippert)
Für die DOV auch kein Fall für Kurzarbeit: Württembergische Philharmonie Reutlingen WPR/Jürgen Lippert

Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) sieht derzeit keine inhaltliche Begründung für Kurzarbeit im Orchesterbereich. Da die Personalkosten durch die öffentliche Hand voll finanziert seien, mache eine Abwälzung der Kosten auf die Bundesagentur für Arbeit gesamtwirtschaftlich "nicht so recht Sinn", heißt es in einer Mitteilung der DOV vom 24. März. Zudem hielten sich Musiker*innen derzeit auch "zu Hause durch tägliches Üben weiter fit."

"Letztlich würden die bereits beschlossenen Finanzierungen der Orchester und Theater über die Kulturetats nunmehr auf die Bundesagentur für Arbeit teilweise abgewälzt."

Fazit aus der Position der DOV zu "Einführung von Kurzarbeit in Orchestern und Theaterbetrieben?"

Einnahmeausfall kein Grund für Kurzarbeit

Da Kurzarbeit in vielen Branchen jetzt das Mittel der Wahl ist und auch beispielsweise in Österreich die Mitarbeiter der Wiener Staatsoper ab 1. April in Kurzarbeit geschickt werden, hatte sich die Tarifkommission des DOV mit der Frage einer Einführung von Kurzarbeit in Orchestern und Theaterbetrieben befasst. Die DOV lehnt diese ab und stellte dabei nochmals fest, dass derzeit "lediglich" die Eigeneinnahmen wegbrechen, die laut Theaterstatisitk für Orchester und Theater 2017/2018 im Schnitt nur 17,8 Prozent der jeweiligen Budgets ausmachen. Die DOV betrachtet die Orchester daher als "grundsätzlich ausfinanziert".

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