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Karin Heyl: Kulturmanagerin im weltweit größten Chemiekonzern BASF

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Kultur ist eine staatliche Aufgabe, aber ohne private Förderer und Förderinnen gäbe es eindeutig weniger Vielfalt. Neben Stiftungen sind es vor allem Unternehmen, die teilweise beträchtliche Kulturetats haben, unter ihnen die BASF. Dort existiert bereits seit 100 Jahren Kulturförderung. Seit 2012 ist Karin Heyl dort für die Kultur und das soziale Engagement verantwortlich.

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Mehr als eine großzügige Verteilerin von Finanzmitteln

Von Haus aus ist Karin Heyl Romanistin. Während und nach ihrem Studium hat sie unter anderem am Theater gearbeitet und ein Musikfestival organisiert. Aber dann begann sie, sich um das Kultur- und soziale Engagement von Unternehmen und Stiftungen zu kümmern. Bei der BASF ist sie in einem Konzern gelandet, der allein in der Rhein-Neckar-Region jährlich 20 Millionen Euro dafür ausgibt.

Einen großen Teil davon verantwortet Karin Heyl. Als sie dort anfing, hat man mit diesem Geld Festivals, einzelne Kulturinstitutionen und Projekte unterstützt und ein umfangreiches Konzertprogramm veranstaltet. Vieles davon hat sie so belassen. Aber sie macht klar, dass sie weiterdenken und andere Akzente setzen möchte. Karin Heyl will mehr sein als eine großzügige Verteilerin von Finanzmitteln. Sie will etwas bewirken, Debatten anstoßen.

Offen für Debatten

Unter dem Namen „Tor 4“ hat sie deshalb zusammen mit ihrem Team ein Kulturförderprogramm entwickelt, bei dem genau solche Gespräche entstehen sollen. Das heißt: 500.000 Euro im Jahr für Projekte, die je nach Ausschreibungsrunde Fragen beantworten sollen wie: Wie geht Freiheit wirklich? Oder: Wie geht das neue Wir?

Karin Heyl kann diese Fragen und auch Kritik am Unternehmen aushalten. Und sie betrachtet es als Erfolg, wenn über „Tor 4“ beispielsweise ein Projekt über Bienensterben zustande kommt, bei dem das Ludwigshafener Wilhelm-Hack-Museum mit der Pflanzenschutzabteilung der BASF zusammentrifft. Das ist genau die Spannung, die sie sucht.

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