Finanznot in Italien

Verdis Taufkirche soll gerettet werden

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Erst wurde bekannt, dass für die Sanierung von Verdis Wohnhaus das notwendige Geld fehlt. Die Schließung droht. Nun hat Riccardo Muti eingegriffen, um Verdis Taufkirche dasselbe Schicksal zu ersparen.

Kirche San Michele Arcangelo, Taufkirche Giuseppe Verdi, in Roncole (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Martin Jung)
Chiesa di S. Michele Arcangelo: auf der rechten Seite ist das Taufbecken Giuseppe Verdis - unterhalb der Orgel befindet sich noch ein weiterer Raum mit Verdi-Devotionalien. Martin Jung

Guiseppe Verdis Taufkirche San Michele Arcangelo in Roncole scheint nun gerettet zu werden. Nachdem zunächst die Schließung der Kirche wegen Einsturzgefahr drohte, hat Italiens zuständiger Minister Dario Franceschini angekündigt, sofort Finanzmittel bereit zu stellen und Notfallmaßnahmen zur Gebäudesicherung zu ergreifen, wie italienische Medien berichten.
In einem Appell an den Minister für Kulturgüter und Tourismus hatte zuvor der italienische Dirigent Riccardo Muti (79) gewettert: "Es ist eine echte Schande und eine Sünde, die der ganzen Welt zeigt, auf welches Niveau der Barbarei der italienische Bürgersinn und die italienische Kultur gesunken ist."

"Verdi ist einer der großen Italiener, ein Genie, das unser Land hoch geschätzt hat. Und wir revanchieren uns bei ihm, indem wir die Kirche von Roncole verfallen lassen."

Das Taufbecken Verdis

In der sanierungsbedürftigen Kirche in der Provinz Parma wurde Verdi (1813-1901) nicht nur getauft, sondern lernte dort auch das Orgelspiel. Für Minister Franceschini ist die Kirche daher "Teil des kulturellen Erbes Italiens", die der Allgemeinheit gehört. Die Kirche aus dem 16. Jahrhundert beherbergt neben einigen Gegenständen des Opernkomponisten auch das Becken, in dem der Komponist getauft wurde. Bereits im vergangenen Jahr war eine erste Spendenaktion gestartet worden, um Mittel zur dringenden Restaurierung der Kirche zu sammeln.

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