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INTERVIEW

„Ich war am Rande des Zusammenbruchs“, bekennt Patricia Kopatchinskaja im Gespräch. Die Geigerin, die derzeit als Artist in Residence mit dem SWR Symphonieorchester auf der Bühne steht, spricht darüber, wie sie die Zeit des Lockdowns erlebt hat. Irgendwann wollte sie dann wieder „das sein, was ich bin“ – und hat begonnen, zu komponieren und im Wald für die Vögel zu musizieren. Die menschliche Berührung mit dem Publikum habe ihr während dieser Zeit am allermeisten gefehlt.

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Für Patricia Kopatchinskaja hat der Lockdown positiv begonnen. Gefühlt die ganze Menschheit habe etwas Ruhe und Zeit für sich gebraucht, erzählt sie in SWR2. Spätestens nach zwei Monaten hatte sie aber genug vom Kochen und Spazierengehen.

„Ich habe die Tonnen von Noten, die zu Hause herumliegen, angeschaut und gedacht: Jetzt möchte ich aber wieder Musiker sein. Ich möchte wieder das sein, was ich eigentlich bin."

Patricia Kopatchinskaja, Geigerin

Die Realität blieb aber auch nach zwei Monaten unverändert: Die Pandemie war nicht vorbei, das Social Distancing-Gebot dauerte auf unbestimmte Zeit an und auch für das Konzertwesen kamen keine positiven Nachrichten.

„Es war kein Ende abzusehen", sagt die Geigerin im Gespräch. Kopatchinskaja ist mit ihrer Geige in den Wald gegangen und hat dort Bach gespielt. Außerdem hat sie angefangen zu komponieren: „Ich habe die Zeit genutzt, sie hat mich aber auch fertig gemacht".

„Ein Musiker braucht Publikum. Kunst braucht Zuschauer. Sie kann nicht einfach digital passieren; da passiert nämlich nichts. Das was uns im Konzertsaal umgibt, sind nicht nur Klänge, sondern auch Energie. Die kriegen wir niemals durch ein kaltes, digitales Gerät."

Patricia Kopatchinskaja, Geigerin und neue Artist in Residence beim SWR Symphonieorchester

Die Saison beim SWR Symphonieorchester startet mit Publikum

Doch jetzt, am 17. September 2020, startet die Konzertsaison mit dem SWR Symphonieorchester und Patricia Kopatchinskaja steht mit Teodor Currentzis und Helmut Lachenmann auf der Bühne. Fragt man Kopatchinskaja, was sie an Teodor Currentzis schätzt, leuchten ihre Augen und sie beschreibt seinen Zugang zur Musik als etwas ganz Sonderbares.

Saison-Beginn Kurz vor dem Auftakt: Probenbesuch beim SWR Symphonieorchester

Das SWR Symphonieorchester kann endlich wieder vor Publikum auftreten: Heute Abend (17. September) finden die ersten zwei der insgesamt sechs Konzerte im Sendegebiet statt – mit Chefdirigent Teodor Currentzis und der Geigerin Patricia Kopatchinskaja. Im Zentrum des Programms steht das Werk „…Zwei Gefühle…“ von Helmut Lachenmann. Der Komponist wirkt als Sprecher sogar selbst bei den Konzerten mit. Frieder Kümmerer hat sich in den Proben umgehört.  mehr...

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Werkstatt Currentzis-LAB mit Patricia Kopatchinskaja und Helmut Lachenmann

Zum ersten Abokonzert der Saison 2020/21 des SWR Symphonieorchesters begrüßt Teodor Currentzis Patricia Kopatchinskaja und Helmut Lachenmann zum Werkstatt-Gespräch. Die Geigerin Kopatchinskaja wird als Artist in Residence dieser Spielzeit eine besondere Farbe verleihen. Lachenmann wird beim ersten Abokonzert selbst als Sprecher auf der Bühne für sein 1992 beendetes, aber immer noch aufwühlendes Werk "... zwei Gefühle ...", Musik mit Leonardo.  mehr...

Gespräch Saison-Auftakt des SWR Symphonieorchesters: „Wir freuen uns riesig“

„Wir freuen uns riesig, endlich wieder vor Publikum spielen zu können“, sagt Johannes Bultmann, der Künstlerische Gesamtleiter der SWR-Klangkörper und -Festivals. Anfang März hatte das Orchester in Madrid seinen letzten Auftritt vor großem Auditorium, es folgten Wochen und Monate mit zahlreichen Video- und kleinbesetzten Mini-Konzerten. Am Wochenende 18. bis 20. September 2020 beginnt die Saison mit Live-Konzerten in Stuttgart und Freiburg vor Publikum!
Werke unter anderem von Giacinto Scelsi und Helmut Lachenmann treffen auf Musik von Heinrich Ignaz Biber. Für Johannes Bultmann ist der deutsche Barockkomponist aufgrund seiner experimentellen, geräuschhaften Schlachten-Musiken „der Lachenmann seiner Zeit“, erzählt er im Gespräch.  mehr...

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