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Vor 50 Jahren, am 6. April 1971, starb Igor Strawinsky in New York. Er war Zeitzeuge und einer der bedeutendsten Komponisten der Moderne. Strawinskys Nachlass liegt seit den 1980er Jahren in Basel und wird heute von Heidy Zimmermann kuratiert.

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Graphische Skizzen

Viele bedeutende Musik-Manuskripte, Briefe, Fotografien und andere Dokumente von Igor Strawinsky bilden einen großen Teil der Sammlung der Paul-Sacher-Stiftung in Basel. „Das Herzstück der Sammlung ist natürlich das Manuskript des Sacre", sagt Heidy Zimmermann, die den Bereich des Nachlasses von Igor Strawinsky kuratiert. Schon die Notizen und Entwürfe von Strawinsky seien kleine Kunstwerke, berichtet sie.

Nicht nur die Reinschriften seiner Kompositionen waren besonders schön, sogar die Skizzen sind für das Auge schön. Manche erinnern Heidy Zimmermann an Mind-Maps. „Sie ergeben ein ganz lebendiges Bild und man kann den Kompositionsprozess ganz direkt nachvollziehen.“ Ein Grund für diese Sorgfalt könnte sein, dass Strawinsky die Entwürfe seinen Auftraggeber präsentierte.

Strawinsky - eine interdisziplinäre Figur des 20. Jahrhunderts

Mit mehr als 10.000 Briefen und zahlreichen Dokumenten gibt die Sammlung auch einen Blick in Strawinsky als Mensch sowie in seine Zeitgeschichte. Strawinsky war in seiner Gegenwart sehr involviert.

Für seine künstlerische Entfaltung waren Zusammenarbeiten mit anderen Künstler*innen entscheidend, wie zum Beispiel Sergej Diaghilev, Jean Cocteau und Pablo Picasso. In der Zusammenarbeit mit seinen Zeitgenossen entstanden interdisziplinäre Werke: Szenische Werke, Ballette sowie Vertonungen von literarischen Werken.

„Strawinsky hat jede Mode mitgemacht, was man auch in seiner Musik hören kann. Gleichzeitig hört man seinen Werken auch immer an, dass sie von Strawinsky sind.“

Heidy Zimmermann, Kuratorin des Strawinsky-Bereichs in der Sammlung der Paul-Sacher-Stiftung in Basel

Strawinskys Ballette Zum 50. Todestag: Igor Strawinskys Ballett-Revolution

Fast sein ganzes Komponisten-Leben lang beschäftigt sich Igor Strawinsky mit dem Ballett, über einen Zeitraum von gut 40 Jahren. Er schreibt mehr Ballette als Opern und alle klingen anders, denn sie spiegeln seine ganzen unterschiedlichen Schaffensperioden wider. Er gab dem Ballett einen neuen Ausdruck, in der Zusammenarbeit mit anderen Künstlern reformierte er es und hat etwas vollkommen Neues und Fesselndes erschaffen: Von "Feuervogel" bis zum Skandalstück "Sacre".  mehr...

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Zum 50. Todestag Igor Strawinsky als Dirigent und Komponist beim Südwestfunk

Igor Strawinsky war nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem neu gegründeten Südwestfunk und seinem Orchester verbunden, sowohl als Dirigent als auch als Komponist. Von 1951 bis 1957 leitete er in Konzerten und Aufnahmen das Orchester, und seine neue Ballettmusik „Agon“ erlebte bei den Donaueschinger Musiktagen 1957 unter seiner Leitung die deutsche Erstaufführung.  mehr...

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