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Es sei „ein extremer Leistungsdruck, immer die Leistung wirklich auf den Punkt abrufen zu können.“ Heidi Brandi kennt viele Berufsmusiker*innen in Spitzenorchestern und auch erfolgreiche Solist*innen, die mit diesem Druck nicht fertig werden. Die Psychologin arbeitet in der Hamburger Musikerambulanz, wo sie sich mit seelischen Nöten von Musiker*innen auseinandersetzt.

Wenn Fehler zu einem Tabu werden und Schwächen nicht gezeigt werden dürfen, da ansonsten die berufliche und private Identität gefährdet ist, wird es für Musiker*innen schwer, befreit auf einer Bühne aufspielen zu können.

Das Berufsbild bei Musiker*innen habe Parallelen zum Leistungssport. Ein wesentlicher Unterschied sei, dass die Musiker*innen kein Team hinter sich hätten, das sie unterstützt. Um dauerhaft Leistung abrufen zu können, müssten Körper und Psyche zusammenarbeiten.

Wir raten Musikern dazu, weniger zu üben und mehr Sport zu machen und Pausen zu gestalten.

Heidi Brandi - Psychologin an der Musikerambulanz Hamburg

Gerade psychische Belange seien aber noch ein Tabuthema. Fehler werden einzig darauf zurückgeführt, zu wenig geübt zu haben. Diese Bewertung sei aber einseitig. Heidi Brandi entwickelt Übestrategien und mentale Techniken, die Musiker*innen neben dem Musikerdasein ein unbeschwertes Leben ermöglichen sollen.

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