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Die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten mbH (GVL) verteilt viel Geld an Musiker*innen und Musikmacher. Jetzt kommt ein vierter Gesellschafter hinzu und Kritik auf.

Guido Evers, GF GVL 2019 (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Ralf Mueller)
Hat Post von unzufriedenen Labels und Musiker*innen bekommen: Guido Evers, einer von zwei Geschäftsführern der GVL Ralf Mueller

Der Verband unabhängiger Musikunternehmer*innen (VUT) ist jetzt vierter Gesellschafter der GVL. Neben den bisherigen Gesellschaftern, dem Bundesverband Musikindustrie e.V. (BVMI), der Deutschen Orchestervereinigung e.V. (DOV) und dem Bundesverband Schauspiel e.V. (BFFS) wolle der VUT in seiner Rolle als Gesellschafter zukünftig insbesondere die Interessen der unabhängigen Musikunternehmer*innen vertreten. Der VUT übernimmt Gesellschaftsanteile vom BVMI, wie die GVL am Mittwoch, 1. Juli, mitteilte. Der 1993 gegründete VUT hat knapp 1.300 Mitglieder, darunter überwiegend Interpret*innen, die sich selbst vermarkten.

"Wir sind gespannt auf unsere neue Rolle als Mitgesellschafter der GVL und freuen uns, dass nun dadurch die unabhängigen Musikunternehmer*innen eine weitere Möglichkeit haben, in den GVL-Gremien mitzuwirken. Als Verband, der schon seit Jahren auf Veränderungen pocht, möchten wir im Interesse unserer Mitglieder unseren Ehrgeiz (...) einbringen, um insbesondere an den Themen Transparenz und Verteilungsgerechtigkeit mitzuarbeiten."

VUT-Geschäftsführer Jörg Heidemann

Kritik an GVL

Kurz nach der Bekanntgabe der Änderung in der Gesellschafterstruktur der GVL wurde ein offener Brief von unabhängigen Labels und Musiker*innen veröffentlicht, der die GVL zu mehr Transparenz und einer Änderung der Verteilregeln auffordert. Bisher werden die eingenommenen Gelder überwiegend nach Rundfunkminuten verteilt. Zudem wurden der GVL während der Coronapandemie verzögerte und erschwerte Auszahlungen vorgeworfen. Im Geschäftsjahr 2019 hatte die GVL insgesamt 216 Millionen Euro für Verwertungsrechte eingenommen.

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