STAND

Die Stadt Weimar hat Tanja Tetzlaff für das Stipendienprogramm „Glenn Gould Bach Fellowship“ ausgewählt. Im Rahmen ihrer Förderung wird die Cellistin ein Filmprojekt realisieren, das Bachs Cellosuiten mit der Natur zusammenbringt.

Porträt Tanja Tetzlaff, Cellistin (Foto: SWR, Tanja Tetzlaff - Foto: Giorgia Bertazzi)
Mit dem Projekt versucht Tetzlaff der Natur „Abbitte zu leisten für das, was wir ihr angetan haben“. Gleichzeitig soll der Film eine Hommage an Bachs Musik und besonders die Cellosuiten sein. Tanja Tetzlaff - Foto: Giorgia Bertazzi

Die erste Künstlerin, die mit dem Fellowship der Stadt Weimar geehrt wird steht fest: Die Cellistin Tanja Tetzlaff, 1973 in Hamburg geboren, hat die Jury mit ihrer künstlerischen Arbeit wie ihrer Projektidee überzeugt.

Beginnend mit dem April 2021 hat sie nun über zwei Jahre die Möglichkeit, ein Filmprojekt zu realisieren, das Bachs berühmte Cellosuiten in Beziehung zur Natur und zu Fragen des Klimawandels setzt. Neben ihrer internationalen Konzerttätigkeit ist Tetzlaff seit langem auch im Klimaschutz engagiert.

„Die Natur ist Grundlage unseres Menschseins, unserer Zivilisation und unserer Kultur. Nur wenn wir sie intakt halten, können wir unsere kulturellen Errungenschaften, wie zum Beispiel fantastische Barockmusik, weiter am Leben erhalten und pflegen.“

Tanja Tetzlaff, Cellistin

Eine Hommage an Johann Sebastian Bach und Abbitte für die Natur

Für die Cellistin ist es ein „absolutes Traumprojekt“. Der Naturschutz und die Musik seien zwei sehr wichtige Aspekte ihres Lebens. In ihrer Bewerbung skizzierte die Musikerin ihre Idee wie folgt:

„Mein Traum ist, einen Film in unterschiedlichen, durch den Klimawandel bedrohten Landschaften zu drehen. Konzerte eben dort, wo wir ganz unmittelbare Veränderungen in der Natur sehen, und damit nicht nur anzurühren und aufzurütteln, sondern auch die Musik jeweils in ganz anderem Licht zu erfahren.“

Ein neues Stipendien-Programm

Unter vielen Bewerber*innen wurde Tanja Tetzlaff im Dezember 2020 ausgewählt. Zur Jury gehörten unter anderem Julia Miehe, Stadtkulturdirektorin in Weimar, der Konzertpianist und Dirigent Lars Vogt sowie der britische Klarinettist Colin Lawson.

Das Glenn Gould Bach Fellowship wird von der Stadt Weimar, der Philip Loubser Stiftung und den Thüriger Bachwochen verliehen. Das Projekt wurde im Sommer 2020 mit dem Gründungsstipendiaten Peter Tuite ins Leben gerufen. Ab April 2021 startet das zweijährige Stipendium für die erste gewählte Kandidatin.

Glenn Goulds Erbe weiterführen: Die Liebe für Bach und Aufnahmetechnik

Jeder Glenn Gould Bach Fellow soll im Laufe seines Stipendiums ein mediales Kunstwerk verwirklichen und eine signifikante Interpretation barocker Musik konservieren. Dafür stehen den Stipendiat*innen jährlich 100.000 Euro zur Verfügung.

Der Pianist Glenn Gould ist sowohl für seine Bach-Darbietungen als auch für sein Engagement für moderne Film- und Aufnahmetechnologien bekannt. Es sei daher folgerichtig, dass ein Stipendium unter Glenn Goulds Namen auch seine Mission verfolge, Bachs Musik in angemessener Interpretation mit technischen Hilfsmitteln dauerhaft hörbar zu machen, heißt es auf der Seite der Thüringer Bachwochen.

SWR2 Musikstunde | Beethoven 2020 Mein Beethoven: Die Cellistin Tanja Tetzlaff

In dieser Woche haben wir Musikerinnen als Gastmoderatoren eingeladen. Sie gewähren uns Einblicke in ihr Künstlerleben mit und rund um Beethoven. Heute ist es die Cellistin Tanja Tetzlaff.  mehr...

SWR2 Musikstunde SWR2

Zeitwort 10.4.1964: Glenn Gould gibt sein letztes öffentliches Konzert

Der Perfektionist meinte, in hundert Jahren würde es ohnehin keine Konzerte mehr geben. Leute würden lieber perfekt aufgenommene Musik aus Lautsprechern hören  mehr...

SWR2 Zeitwort SWR2

STAND
AUTOR/IN