Giga-Hertz-Preis 2018 für „The Hub“ Ausgezeichnete elektronische Musik

„The Hub“ erhält den mit 10.000 Euro dotierten Giga-Hertz-Preis 2018 für elektronische Musik. Die Produktionspreise gehen dieses Jahr an „Graycode, jiiiiin“ und Óscar Escudero. Martino Sarollli erhält den Sonderpreis für „Künstliche Intelligenz“, David Bird eine lobende Erwähnung.

The Hub (Foto: © Jim Block Photography -)
Das Netzwerkmusik-Ensemble „The Hub“ © Jim Block Photography -

Das 1986 gegründete US-amerikanische Netzwerkmusik-Ensemble „The Hub“ ging aus der „League of Automatic Music Composers“ hervor, die Ende der 1970er-Jahre das Potenzial des Computers als musikalisches Live-Instrument erforschten. „The Hub“ zählt zu den Pionieren auf dem Feld der Netzwerkkunst, des Live-Codings und der Laptop-Ensembles.

Aus rund 150 internationalen Einreichungen nominierte die Jury außerdem zwei herausragende Werke: Das aus Jinhee Jung und Taebok Cho bestehende Künstlerduo „Graycode, jiiiin“ erhält für das audiovisuelle Werk „+3x10^8m/s, beyond the light velocity“ für Fixed Media den mit 4.000 Euro dotierten Giga-Hertz-Produktionspreis. In ihrem Stück machen „Graycode, jiiiin“ die Expansion des Universums klanglich erfahrbar.

Gespräch mit Jury-Mitglied Björn Gottstein

Dauer

Saxofonist mit Virtual-Reality-Brille

Der zweite Produktionspreis, ebenfalls verbunden mit einem Preisgeld von 4.000 Euro, geht an Óscar Escudero für seine Komposition „POV (Point of View)“ für Saxofon und Fixed Media. Der Saxofonist trägt eine Virtual-Reality-Brille: Er ist Quelle und Empfänger seiner Handlungen, durch Brille erkundet er sein Tun aus unterschiedlichen „Points of View“.

Erstmals wird auch ein Künstler mit dem Sonderpreis „Künstliche Intelligenz“ (mit 2.000 Euro dotiert) ausgezeichnet: Martino Sarolli für sein Stück „Lapidario_01. Sarolli“, sonifiziert durch den Einsatz neuronaler Netze. Außerdem erhält David Bird für seine Komposition „Decoder“ für Percussion und Live-Elektronik eine lobende Erwähnung (mit 1.000 Euro dotiert). Seine Komposition zeichne sich „durch ihre Simplizität in Bezug auf die technischen Mittel bzw. die Vermittlung der Mensch-Maschine-Beziehung“ aus.

Die Jury

Der vom ZKM Karlsruhe und dem SWR Experimentalstudio getragene Giga-Hertz-Preis für elektronische Musik wird seit 2007 vergeben. Der Jury gehörten in diesem Jahr Ludger Brümmer (Leiter ZKM Hertz-Labor), Detlef Heusinger (künstlerischer Leiter des SWR Experimentalstudios), Björn Gottstein (SWR2 Redakteur für Neue Musik und künstlerischer Leiter der Donaueschinger Musiktage), Alexandra Cárdenas (Komponistin und Live-Coderin, Kolumbien) und Palle Dahlstedt (Komponist und Professor für „Art & Technology“ an der Aalborg Universität, Schweden) an.

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