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Im vergangenen Jahr stand der Bariton Franz Mazura mit 95 Jahren an der Berliner Staatsoper als Hans Schwarz in „Die Meistersinger von Nürnberg“ noch auf der Bühne.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
10:05 Uhr
Sender
SWR2

Der Opern- und Konzertsänger Franz Mazura ist tot. Der 95-Jährige ist nach Informationen des Rundfunk Berlin-Brandenburg gestern, 23. Januar, verstorben. Der Bariton galt als hervorragender Wagner-Interpret und war ab 1963 Mitglied der Deutschen Oper in Berlin. Der zweifache Grammy-Preisträger und Inhaber des Bundesverdienstkreuzes war bis zum letzten Jahr noch als Opernsänger aktiv und seit 1990 Ehrenmitglied des Nationaltheaters Mannheim.

"Doch wenn ich alles zusammenzähle: Die schönste Zeit war die Mannheimer Zeit. Es war schönstes Ensemble-Theater, wo einer den andern bis ins Kleinste kannte, wo jeder für den anderen da war."

Franz Mazura 2019

Der "Bundes-Klingsor"

Mazura wurde 1924 in Salzburg geboren. Er studierte an der Musikhochschule Detmold und arbeitete gleichzeitig als Schauspieler am Landestheater Detmold. Sein Debüt als Opernsänger feierte er 1949 in Kassel. In den 1960er Jahren gelang ihm dann der internationale Durchbruch - vor allem als Wagner-Interpret. Fast 25 Jahre lang sang Franz Mazura bei den Bayreuther Festspielen, mehr als 15 Jahre lang an der New Yorker MET. Mit 69 Jahren hatte er sein Debut in Buenos Aires gegeben. Am häufigsten war Franz Mazura als "Klingsor" im "Parsifal" zu erleben – seine Parade-Rolle. Nach eignen Angaben wurde er dadurch zum "Bundes-Klingsor" getauft.

"Ich hab einfach gute Gene. Meine Tante ist mit 106 gestorben. Daniel Barenboim scherzte schon: Dann kann ich dir ja noch einen 15-Jahresvertrag geben!"

Franz Mazura 2019 gegenüber SWR2 - zu seinem Engagement mit 91 Jahren an der Staatsoper Berlin
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