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Die Musikhochschulen in München und Hannover haben im Rahmen eines Forschungsprojekts das gemeinsame Musizieren per Videoschalte erprobt.

Konzert auf drei Bildschirmen (Foto: Imago, xVCGx CFP111294537545)
Bei Video-Telefonaten und anderen Live-Übertragungen aus dem Alltag haben wir uns an Verzögerungen gewöhnt. Imago xVCGx CFP111294537545

Wer ein Live-Erlebnis im Internet verfolgt, muss heute eine größere Zeitverzögerung in Kauf nehmen. Zwar ist der Verzug vor dem Rechner kaum bemerkbar, wenn aber Musiker*innen per Video-Konferenz im Internet zusammen spielen wollen, wird dieser zum Problem. Die sogenannte Latenz macht professionelles gemeinsames Musizieren nahezu unmöglich.

Ein hohes Ziel: Verzögerungen unter 10 Millisekunden

Nicht zuletzt unter den Bedingungen der Corona-Pandemie wurde dies immer wieder deutlich. Mit Hilfe einer speziellen Technik sollen Musiker*innen an verschiedenen Standorten in Zukunft aber so verbunden werden, dass sie die Entfernung akustisch nicht mehr bemerken. Dafür müssten die Verzögerungen deutlich unter 10 Millisekunden reduziert werden.

Von diesem Ziel ist die Technologie noch weit entfernt. Um dieses besser verfolgen zu können, evaluieren Studierende der beiden Musikhochschulen immer wieder die Entwicklungsstufen des Projekts. Langzeitziel ist es, für Musizierende und Publikum ein komplettes Eintauchen in das Konzerterlebnis zu ermöglichen. Damit seien neue Möglichkeiten für Proben, Vorspiele, Unterricht und Konzerte denkbar.

Das Projekt „LIPS“ wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert und von Firmen wie Sennheiser und ARRI durchgeführt. Seit rund einem Jahr sind die Hochschulen für Musik und Theater München und die Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover als Praxispartner dabei. Am 16. Oktober haben Musiker*innen der Hochschulen die Ergebnisse des Forschungsprojekts veröffentlicht.

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