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INTERVIEW

Zu Beginn der Corona-Pandemie gründete die Intendantin vom Mozartfest Würzburg Evelyn Meining das „Forum Musik Festivals“ mit, um gemeinsam mit anderen Kulturschaffenden Lösungsansätze für Musikfestivals während und nach der Pandemie zu finden. Im Gespräch mit SWR2 zieht sie nach einem Jahr Bilanz.

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„Im Normalfall ist man Einzelkämpfer in der Kultur-Branche und in der Festival-Landschaft“, erzählt Evelyn Meining. Doch die Corona-Pandemie hat dafür gesorgt, dass die Festivals zusammenrücken. Gleich Ende März 2020 hat sich das „Forum Musik Festivals“ mit 40 Musikfestivals zusammengefunden, um sich gegenseitig zu unterstützen.

Mittlerweile sind es 116 Festivals, die sich regelmäßig virtuell treffen und über Unklarheiten von Verordnungen, Regelungen, Spekulationen und mögliche Perspektiven austauschen. Der Austausch sei so wertvoll, dass man sich vorgenommen habe, diesen auch nach der Pandemie weiterzuführen, so Meining.

„Das Forum ist unglaublich hilfreich. Oftmals war es seelisch und moralisch eine große Rückenstärkung zu spüren, dass wir nicht allein sind mit unseren Fragen und Unsicherheiten.“

„Forum Musik Festivals“ — Forum und Lobby in der Pandemie

Das Forum wurde aber nicht nur für den Austausch genutzt. Man habe sich auch bemüht, geschlossen nach Außen für die Belange der Festival-Landschaft und Kultur einzutreten. Zunächst entstand ein gemeinsames Positionspapier, um auf das Anliegen aufmerksam zu machen.

„Die Kultur wurde lange nicht behandelt“, so Evelyn Meining über die Debatten auf politischer Ebene. Deswegen habe man immer und immer wieder appelliert, „verwaltungsbürokratische Hürden“ bewältigt und auf verschiedenen Ebenen mit politischen Entscheidungsgremien kommuniziert.

„Es gibt die Kulturwirtschaft mit immerhin 1,6 Millionen Gesamtbeschäftigten und einem riesigen Umsatzvolumen und das haben wir zunächst mal ins Bewusstsein gebracht bei den politischen Entscheidungsträgern.“

Mögliche Kultur-Öffnungen in Bayern

Heute ist Evelyn Meining optimistisch, denn das Mozartfest Würzburg soll stattfinden können. In Bayern sind Kultur-Veranstaltungen bei einer sieben-Tage-Inzidenz unter 100 erlaubt. Das freut die Intendantin des Mozartfestes auch besonders, weil es sich dieses Jahr um das 100. Jubiläum handelt. „Wir wollen uns nahe sein druch Musik, auch wenn wir mit 1,50 Meter Abstand sitzen“, so Meining gegenüber SWR2.

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