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Er verbrachte fast sein ganzes Leben in seiner Heimatstadt New Orleans. Überregional bekannt und berühmt wurde Ellis Marsalis erst, als seine Söhne zu Jazz-Stars aufstiegen. Jetzt ist er mit 85 Jahren gestorben.

Der US-amerikanische Jazzpianist Ellis Louis Marsalis ist tot. Der Musiker und Jazzpädagoge aus New Orleans starb an den Folgen der Lungenkrankheit Covid-19, teilte sein Sohn Branford Marsalis am Mittwoch, 1. April, nach Angaben der "New York Times" mit. Der Familienpatriarch hatte sechs Kinder, darunter der Saxofonist Branford Marsalis und der Jazz-Trompeter und Komponist Wynton Marsalis.

"Ellis Marsalis war eine Legende. Er war der Prototyp von dem, was wir meinen, wenn wir über Jazz aus New Orleans sprechen."

LaToya Cantrell, Bürgermeisterin von New Orleans

Wynton Marsalis zum Tod seines Vaters

Marsalis wurde 1934 in New Orleans (US-Staat Louisiana) geboren. Er brachte sich schon als Kind Klarinette und Klavierspielen bei. Er trat in Clubs auf, spielte in Bands, studierte Musikerziehung und unterrichtete zahlreiche Jazz-Größen aus der Generation seiner Söhne wie Harry Connick Jr. und Terence Blanchard. In seinem Namen wurde in New Orleans 2011 die Konzerthalle Ellis Marsalis Center for Music eröffnet.

Die Familie als Band

Ellis Marsalis galt als Patriarch einer der bekanntesten Musiker-Familien der USA. Vier seiner sechs Söhne wurden Musiker. Trompeter Wynton ist als künstlerischer Direktor für Jazz am Lincoln Center in New York einer der wichtigsten Fürsprecher der Jazz-Szene. Saxofonist Branford wurde als Band-Leader in der "Tonight Show" mit Jay Leno bekannt und tourte danach mit Sting. Delfeayo spielt Posaune und ist als Produzent und Musiker erfolgreich. Der Schlagzeuger Jason hat eine eigene Band. Obwohl die Marsalis-Familie quasi eine komplette Band war, trat sie aber nur selten gemeinsam auf als die Söhne noch jünger waren.

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