Musikthema

Eine interaktive musikalische Reise durch das KZ Theresienstadt

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AUTOR/IN
Julia Kaiser

„Eine interaktive musikalische Reise durch Theresienstadt“ – so heißt das derzeit entstehende Musik- und Geschichtsvermittlungsprojekt des Jewish Chamber Orchestra Munich. Schüler*innen weltweit sollen auf einer e-learning-Plattform den tschechischen Ort Terézin besuchen und dabei selbst die Regie einer Konzertaufnahme übernehmen können.

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„Es geht mir darum, dass der Blick weggelenkt wird davon, dass der Holocaust nur ein furchtbares schwarzes Loch ist, in dem sechs Millionen Juden umgebracht wurden. In fast allen Lagern gab es Kultur. Es ist mir ganz wichtig, diesen Aspekt herauszugreifen, aus diesem riesigen, grauenvollen Berg und zu sagen: Hier ist etwas, das nur wenige wissen und das so wichtig ist, dass man sich daran erinnert!"

Das Orchester hat dafür Viktor Ullmanns letzte Komposition eingespielt, die im Konzentrationslager Theresienstadt entstanden ist. Viktor Ullmann wurde 1944 im KZ Auschwitz umgebracht.

Am vergangenen Wochenende haben sich die Musiker*innen an verschiedenen Orten in Terézin beim Spielen filmen lassen.

Komplexe Musik bildhaft erfahrbar

Auf der e-learning-Plattform sollen zu den Musikaufnahmen und Bildern des Jewish Chamber Orchestra Munich Interviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aus Theresienstadt kommen und weitere Materialien, die die Gedenkstätte Terézín zur Verfügung stellt.

„Die Musik, die hier entstanden ist, ist eine ziemlich komplexe Musik, sagen wir mal: Nicht süffig-leicht zu konsumieren. Und ich glaube, dass die Bilder dann auch jungen Menschen, die vielleicht nicht mit klassischer Musik vertraut sind, helfen sich dieser Musik zu öffnen. Und auch diesen Transfer zu verstehen, dass diese Musik wirklich hier entstanden ist.“

Im September sollen erste Schulen die Lernplattform testen, ab November soll sie dann international frei zur Verfügung stehen.

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