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Das ECLAT Festival Neue Musik Stuttgart fand vom 3. bis zum 7. Februar erstmals in seiner Geschichte komplett digital und ohne Publikum statt. Aus dem verlängerten Lockdown hat das Festival-Team eine Tugend gemacht und Streaming-Konzerte, Interviews sowie interaktive Formate im Web realisiert.

Der SWR beteiligte sich mit zwei Konzerten im Livestream: eins mit dem SWR Vokalensemble und eins mit dem SWR Symphonieorchester. Sie werden zusammen mit weiteren Konzerten des Festivals später in SWR2 gesendet und sind auch jetzt schon als Video verfügbar.

Digitalausgabe mit Festival-Charakter

Das ECLAT-Publikum sollte auch in der ausschließlich digitalen Ausgabe nicht nur passiv vor den Endgeräten zuschauen. Es konnte auch mit Anderen interagieren. Die Festivalleiterin Christine Fischer wollte den Festival-Charakter so gut wie möglich beibehalten. Ihr Ziel: „das lokale Publikum mit weltweiten Teilnehmern zu verbinden, mit Möglichkeiten für das Publikum, sich interaktiv einzubringen, quasi mitzuspielen."

So gab es im Beiprogramm Hintergrundinformationen, Interviews, Chatrooms, Meeting the Artists, Games und andere Formate. Die Konzerte wurden live aus dem Stuttgarter Theaterhaus gestreamt.

Thematischer Schwerpunkt: Die Lage in Belarus und im Libanon

Dieses Jahr war ECLAT von zwei großen thematischen Schwerpunkten geprägt: den Ereignissen in Belarus und im Libanon und davon, wie die Kunstszenen die politischen und gesellschaftlichen Vorkommnisse in den beiden Ländern verarbeiten.

Die gesellschaftspolitischen Ereignisse in Belarus fanden zum einen in dem Projekt ECHOES – VOICES FROM BELARUS ihren Niederschlag. Zum anderen wurde Maria Kalesnikava während des ECLAT Festivals mit dem Menschenrechtspreis der Gerhart und Renate Baum Stiftung ausgezeichnet. Sie hat ECLAT in den letzten Jahren als Social Media Expertin begleitet und ist als Führungsfigur der belarussischen Demokratiebewegung seit dem 7. September 2020 inhaftiert.

Menschenrechtspreis für Maria Kalesnikava

Audio herunterladen (6,2 MB | MP3)

„Als Verbeugung vor dem Mut und der Kompromisslosigkeit einer Kämpferin“ wird Maria Kalesnikava am 7. Februar 2021 beim Stuttgarter Festival für Neue Musik „Eclat“ mit dem Menschenrechtspreis der Gerhart und Renate Baum Stiftung ausgezeichnet. Kalesnikava habe in Belarus eine ähnliche Bedeutung wie Alexej Nawalny in Russland, so der FDP-Politiker und Preisstifter Gerhart Baum in SWR2.

Maria Kalesnikava am 20.08.2020 im ZDF-Mittagsmagazin

SWR2 Konzerte als Stream und im Programm

Kostenlose SWR Livestreams beim ECLAT Festival

SWR Web Concerts SWR Vokalensemble & Trio Greifer beim ECLAT Festival 2021

Uraufführungen von Enno Poppe, Marco Döttlinger, Wolfgang Motz und Leopold Hurt. Livemitschnitt aus dem Theaterhaus Stuttgart vom 4. Februar 2021.  mehr...

SWR Web Concerts Das SWR Symphonieorchester beim ECLAT Festival 2021

Werke von Kristine Tjøgersen, Zeynep Gedizlioğlu und Franck Bedrossian. Christoph Grund (Klavier), SWR Symphonieorchester, Dirigent: Pablo Rus Broseta. Livemitschnitt aus dem Theaterhaus Stuttgart vom 6.2.2021.  mehr...

Zu den Protesten in Belarus

Gespräch FDP-Politiker Gerhart Baum: Maria Kalesnikava ist eine große Freiheitskämpferin

„Als Verbeugung vor dem Mut und der Kompromisslosigkeit einer Kämpferin“ wird Maria Kalesnikava am 7. Februar beim Stuttgarter Festival für Neue Musik ECLAT mit dem Menschenrechtspreis der Gerhart und Renate Baum -Stiftung ausgezeichnet. Kalesnikava habe in Belarus eine ähnliche Bedeutung wie Alexej Nawalny in Russland, so der FDP-Politiker und Preisstifter Gerhart Baum in SWR2.
Beide, Kalesnikava wie Nawalny, versuchten in ihrem Heimatland direkt auf Veränderungen hinzuwirken. Beide seien in Haft und damit Opfer staatlicher Willkür, insbesondere von Wladimir Putin, denn ohne die Unterstützung des russischen Staatspräsidenten, so Baum, hätte sich auch der belarussische Machthaber Lukaschenko nicht im Amt halten können.
Kalesnikava werde in der Haft drangsaliert und gedemütigt, berichtet Baum. Dies wisse man von ihrer Schwester, die den Menschenrechtspreis für die Aktivistin in Stuttgart entgegennehmen wird. So sei Kalesnikava gedroht worden, sie werde das Gefängnis nie wieder verlassen. Sie sei dabei immer eine Freiheitskämpferin gewesen, so Gerhart Baum, und habe versucht, gerade mit kulturellen Projekten mehr Freiheit durchzusetzen.
Kalesnikava hat in Stuttgart ihr Studium als Flötistin abgeschlossen und später dort auch u.a. für das Musikfestival ECLAT gearbeitet. Seit September 2020 befindet sie sich in Untersuchungshaft in Belarus.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

ECLAT Festival Maria Kalesnikava: Menschenrechtspreis für die Musikerin und Aktivistin

Maria Kalesnikava ist Musikerin. Und eine Ikone der Widerstandbewegung in Belarus: Einer Abschiebung aus ihrem Heimatland widersetzte sie sich, zerriss ihren Pass und sitzt nun in Haft. Am Sonntag wird der Flötistin und politischen Quereinsteigerin in Stuttgart – in Abwesenheit – der Menschenrechtspreis der „Gerhart und Renate Baum-Stiftung“ verliehen. Martina Seeber berichtet, wie es dazu kam  mehr...

SWR2 Treffpunkt Klassik SWR2

Belarus

Gespräch Andauernde Demonstrationen gegen Lukaschenko: „Pattsituation“ in Belarus

„Die Leute haben einfach die Schnauze voll nach 26 Jahren Diktatur“, erklärt Manfred Sapper, Chefredakteur der Zeitschrift „Osteuropa“, im Gespräch mit SWR2 über die Lage in Belarus. Die Ignoranz der Corona-Situation, das Gebaren Lukaschenkos im Wahlkampf und offensichtliche Wahlfälschung hätten das Fass zum Überlaufen gebracht. Derzeit seien wir in Weißrussland mit einer politischen Pattsituation konfrontiert, erklärt Manfred Sapper: „Weder können die oben ihre Gewalt durchsetzen, noch können die unten sich durchsetzen, weil die Opposition faktisch ins Ausland verdrängt wurde.“  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Gespräch Herz, Faust und Peace-Zeichen: Kulturschaffende protestieren in Belarus

Die Kulturschaffenden seien sehr kreativ bei ihrem Protest gegen Präsident Lukaschenko, sagt die Philosophin und Kunstkritikerin Olga Shparaga in SWR2. Dabei stünden sie diesmal vielleicht am Anfang des Endes der Regentschaft von Lukaschenko, denn "wenn wir das nicht jetzt bekommen, dann nach einiger Zeit. Diese Stimmen kann man nicht vernichten", sagt Olga Shparaga.  mehr...

SWR2 Kultur aktuell SWR2

Weitere Beiträge zum ECLAT Festival

Stuttgart

Musikgespräch ECLAT: Festival-Intendantin Christine Fischer inspiriert von der neuen digitalen Form

„Wir haben alles getan, um eine coole Festival-Atmosphäre zu erzeugen“, sagt Christine Fischer, die Intendantin des ECLAT-Festivals in Stuttgart. Das Festival für Neue Musik startet am 3. Februar und prunkt trotz Corona mit einem beeindruckenden Programm und 24 Uraufführungen, die sämtlich online zu erleben sein werden. Die Verlagerung ins Digitale habe bei vielen Künstler*innen neue, fantasievolle Ideen freigesetzt, berichtet Fischer im SWR2 Musikgespräch. Aber auch bei den Programm-Machern: Neben thematischen Schwerpunkten, die um Belarus und den Libanon kreisen, sei zwischen den Konzerten auch ein reiches digitales „Hintergrundprogramm“ geboten, so Fischer.  mehr...

SWR2 Treffpunkt Klassik SWR2

ECLAT festival „Echoes – Voices of Belarus” – Das Festival ECLAT macht auf die Menschenrechtsverletzungen in Belarus aufmerksam

Belarus, etwa 1000 km von Deutschland entfernt, ist ein Land, in dem schon lange keine freie Meinungsäußerung mehr möglich ist. Ein Land, dessen Regierung unter Machthaber Lukaschenko seit den Protesten rund um die Präsidentschaftswahl im August mehr als 30.000 Personen verhaftet hat. Unter den Inhaftierten: Die Menschenrechtsaktivistin und Musikerin Maria Kalesnikava. Das Eclat-Festival für Neue Musik in Stuttgart, das gerade online stattfindet, widmet Kalesnikava und Belarus in diesem Jahr einen Schwerpunkt.  mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

Stuttgart

Porträt Kompositionspreis für das politische Werk „Ten Bullets Through One Hole“ von Laure M. Hiendl

Laure M. Hiendl, Komponist*in und Künstler*in, wird am 04. Februar mit dem 65. Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart ausgezeichnet: Für das politische Werk „Ten bullets through one hole“. Eine Komposition, die die Sprache der Waffenindustrie und der heteromaskulinen Mainstream Pornographie entlarvt - in ihrer Brutalität, ihrem Sexismus, ihrer Wirkung. Ein Porträt über den*die Künstler*in und Komponist*in.  mehr...

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