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Die preisgekrönte Jazz-Sängerin Meschiya Lake im Porträt

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AUTOR/IN
Marlene Küster

Meschiya Lake transportiert das spezielle Lebensgefühl einer vergangenen Epoche der Musikgeschichte und doch sind die Songs in Lakes Fassung zeitgemäß. Die traditionsbewusste Sängerin haucht den Songs auf ganz persönliche Weise Leben ein.

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„Dieser Song ist aus einer heftigen Auseinandersetzung mit dem Vater meiner Tochter entstanden, da waren viele Gefühle im Spiel und natürlich auch die Verpflichtungen, die man als Eltern hat und die es zu regeln gilt.“

Aus einer musikalischen Familie

Schon als kleines Mädchen trat sie zusammen mit ihrer Mutter und ihrer Tante in Bars auf. The Lake Sisters nannten die beiden Sängerinnen ihre Familien-Band. Mit Anfang 20 wurde Meschiya Lake Mitglied eines Wanderzirkusses.

Die Abende verbrachte sie in lächerlicher Kostümierung, sie aß Insekten, kaute an Glas und tanzte über die Bühne. Das Zirkusleben führte Lake schließlich für eine längere Zeit nach New Orleans. Sie beschloss, dort zu bleiben.

„Als ich meinen Mund öffnete, kam etwas heraus, das alle überraschte, niemand hätte das von einem jungen Mädchen wie mir erwartet. Ich gewann einen Gesangswettbewerb und bekam einen Job.“

Musik: Eine treue und erfolgreiche Lebensgefährtin

2007 begann sie auf den Straßen zu singen. Sie nahm Gesangsunterricht und ließ ihre Stimme professionell ausbilden. Maria Callas, Billie Holiday und Bessie Smith sind ihre großen Vorbilder. Musik war in ihrem bewegten Leben immer eine wichtige Konstante. Musik gab ihr immer Stabilität und Halt.

Meschiya Lake ist eine mehrfach preisgekrönte Jazz-Sängerin. 2013 wurde sie beim Sun Valley Jazz Festival zur „First Lady of Jazz“ ernannt, in ihrer Wahlheimat New Orleans drei Jahre in Folge bei den Big Easy Awards als „Female Performer of the Year“ ausgezeichnet, und das Magazin Offbeat kürte sie 2013 und 2014 zur „Best Female Singer“.

Marlene Küster über Meschiya Lake

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Marlene Küster