Musikgespräch

Ein Talent für die Avantgarde: Pianistin Tamara Stefanovich über ihre jüngsten Projekte

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INTERVIEW
Martin Hagen

Tamara Stefanovich trat auf vielen internationalen Bühnen mit Musik von György Kurtág, Pierre Boulez, Hans Abrahamsen oder George Benjamin auf. Doch nun lässt sie ihrer eigenen Kreativität am Klavier freien Lauf, fernab von Regeln und Klischees. Sie selbst glaubte nicht, dass sie die nötige Lockerheit dafür besitzt, doch ihre Musikkollegen setzten sie einfach an den Flügel im Studio und entfesselten ihr Talent für die Avantgarde.

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Zeitgenössische Musik trifft auf Avantgarde

Was passiert, wenn eine auf zeitgenössische Musik spezialisierte Pianistin auf drei Avantgardemusiker trifft und sie gemeinsam in Echtzeit komponieren? Wenn moderne Klavierstücke zusammen mit einem Trio aus Vibraphon, Schlagzeug und Kontrabass hochvirtuos weitergedacht und gespielt werden?

Dieses Experiment wagen Tamara Stefanovich (Klavier) und das Trio von Christopher Dell (Vibraphon), Christian Lillinger (Schlagzeug) und Jonas Westergaard (Kontrabass) – in einer besonderen Konstellation von Instrumenten, die für sich genommen schon an typische Ensemble-Besetzungen der zeitgenössischen Musik erinnert.

This was pure joy!Exactly year ago-Neue National Galerie -live art surrounded by art! CD from @bastillemusique is out -many things to follow. For those thinking classic goes jazz is what I do, I have to disappoint you. We go beyond free jazz ,so buckle up😎 @HarrisonParrott https://t.co/2GniiYQfUA

Die Suche beginnt

Die vier begeben sich auf die Suche nach neuer Musik. Eingangs von Tamara Stefanovich gespielte Motive geben erste Impulse, die das Trio aufnimmt und weiterverarbeitet. Das Material wird so zu einer Echtzeitkomposition von Dell-Lillinger-Westergaard, auf die wiederum Stefanovich reagiert und neue Motive entwickelt.

„Drei Avantgarde-Musiker und eine klassische Pianistin machen sich auf die Suche nach ganz neuer Musik. Das Ergebnis ist atemberaubend. […] Hier gibt es keine Solisten, denen andere eine Bühne bereiten, hier entsteht spontan ein pulsierender Klang-Organismus voll wilder Eruptionen, aber auch mit betörend leisen Passagen.“

In diesem Wechselspiel entstehen soghafte Wirbel von Musik, die sich auf vielschichtige Weise zwischen zeitgenössischer, auskomponierter Avantgarde und neuesten Improvisationskonzepten bewegen.

Erste Konzerte und ein Debüt-Album

Die ersten Konzerte von Stefanovich-Dell-Lillinger-Westergaard (unter anderem in der Neuen Nationalgalerie Berlin und der Kölner Philharmonie) wurden von Publikum und Presse gefeiert.

Nun haben Stefanovich-Dell-Lillinger-Westergaard ihr Debüt-Album im Teldex Studio Berlin aufgenommen und stellen das Programm auf Tour live vor, das kürzlich bei bastille musique auf CD erschienen ist.

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