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Die Umsatzzahlen der deutschen Musikindustrie für das Jahr 2019 liegen vor. Die Ergebnisse: Digital schlägt Physisch, Streaming schlägt Download und Klassik ist beliebter als Jazz.

Jazz im Schallplattenladen (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Stefan Puchner)
Minderheitengenre im Nischensegment - im gut sortierten Schallplattenfachhandel wie hier im "Sound Circus" in Ulm aber noch zu finden Stefan Puchner

Die deutsche Musikindustrie kann dank der stark gestiegenen Erlöse beim Audiostreaming ein sattes Umsatzplus für das Jahr 2019 verzeichnen. Nach den beiden noch leicht rückläufigen Jahren 2017 und 2018 erzielte die Branche 2019 ein Umsatzplus von 8,2 Prozent auf gut 1,6 Milliarden Euro, wie der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) am Donnerstag, 27. Februar, mitteilte. Hauptumsatztreiber war dabei das Audio-Streaming mit einem Plus von 27 Prozent und einem Anteil von mittlerweile 55 Prozent der Gesamtumsätze.

"Das Geschäft hat sich mittlerweile zu zwei Dritteln in den digitalen Raum verlagert, Audio-Streaming allein liefert mehr als die Hälfte der Brancheneinnahmen. Es ist in den letzten Jahren gelungen, den digitalen Markt erfolgreich zu erschließen und zu Wachstum zu führen, ohne dabei das physische Produkt aus den Augen zu verlieren."

Florian Drücke, Vorstandschef des BVMI

Vinyl boomt auch noch

Dem Umsatzzuwachs im Audiostreaming steht im digitalen Bereich ein deutlicher Rückgang beim Download (-17,5 Prozent) und ein weiterer Rückgang der Umsätze mit CDs (-10,5 Prozent) gegenüber. Mit einem Plus von 13,3 Prozent bleiben Vinyl-Schallplatten aber weiterhin der kleine Gewinner beim Handel mit physischen Tonträgern. Die schwarzen Scheiben lagen 2019 bei einem Anteil am Gesamtmarkt von immerhin 4,9 Prozent.

Klassik und Jazz mit 3,7 Prozent Marktanteil

Den Verbandsangaben zufolge bleibt "Pop" auch 2019 mit 25,8 Prozent das umsatzstärkste Genre. Dahinter folgen "HipHop/Rap" (19,7 Prozent), "Rock" (19,6 Prozent) und "Kinderprodukte" (9,8 Prozent). Der Klassikbereich mit einem Umsatzanteil von 2,2 Prozent und der Jazz (1,5 Prozent) folgen auf den hinteren Plätzen. Nur die Volksmusik mit einem Anteil von 0,8 Prozent ist noch unbeliebter.

Der BVMI ist Interessenvertreter von rund 200 Produzenten und Unternehmen, die gut 80 Prozent des deutschen Musikmarkts repräsentieren.

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