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INTERVIEW

Matthias Kirschnereit ist für SWR2 vorübergehend in die Rolle des Musikvermittlers geschlüpft: In der Woche vom 23. bis 27. November wird er die Musikstunde moderieren und über seinen Zugang zu Mozarts Klavierkonzerten sprechen. Im Gespräch mit Bettina Winkler erzählt er von seiner Sicht auf Mozart als Interpret und von der Erfahrung am Mikrofon.

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Vor 20 Jahren hat Matthias Kirschnereit alle Klavierkonzerte von Mozart, zusammen mit den Bamberger Symphonikern unter Frank Beermann eingespielt. Am 13. November 2020 wurden diese Aufnahmen als CD Box wiederveröffentlicht. Warum es aber nicht lieber nochmal wagen, mit neuen Erkenntnissen der historischen Aufführungspraxis zum Beispiel, die Konzerte neu einzuspielen?

Die Interpretation von Mozarts Musik: ein zerbrechlicher Moment

Auf diese Frage hat der Pianist eine schlichte Antwort: „ Ich belasse es dabei". Zwar sei jede CD eine Momentaufnahme, habe ihre Stärken und Potentiale. Aber Mozart könne man nicht erzwingen, so Kirschnereit. Das Auseinandernehmen, Analysieren und Perfektionieren bringe die Gefahr mit sich, dass etwas von dem Zauber bei der Interpretation dabei verloren geht.

„Ich vergleiche Mozart immer gerne mit einem wunderbar leuchtenden Fisch. Man ist fasziniert wie selbstverständlich, wie unangestrengt, wie glänzend, wie vollkommen natürlich dieser Fisch im Wasser leuchtet und sich bewegt. [...]Und sie nehmen diesen Fisch raus aus dem Wasser und plötzlich ist es ein mattes grau, und der Zauber ist verpufft. Also irgendwo sind wir auch alle von der Gunst des glücklichen Moments abhängig."

Matthias Kirschnereit, Pianist

Dieser glückliche Moment, der nicht erzwungen werden kann, sei auch insbesondere bei Mozart wichtig, findet Kirschnereit. „Ich glaube, dass ein Bach oder ein Beethoven mit wesentlich mehr intellektueller Strukturierung, Idee und Konzeption gespielt werden kann." Versuche man sein Konzept bei der Interpretation von Mozarts Musik durchzusetzen, zerplatze die Luftblase, so Kirschnereit.

Der Pianist als Radio-Moderator

„Die Musikstunden aufzunehmen hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht. Und es ist schön, diese Musik dann auch zu hören und diese verschiedenen Interpretationen zu erleben. Für mich total inspirierend. Und ja, ich habe mich auf jede weitere Folge gefreut."

Pianist Matthias Kirschnereit

Die Erfahrung vor dem Mikro sei sehr positiv und Mozarts Klavierkonzerte ideal für das Format der Musikstunde gewesen, erzählt der Pianist im Gespräch. Dennoch sei er Pianist und strebe keine zweite Karriere an. Wenn der Rahmen stimmt, dann spricht er aber auch sehr gerne über Musik und nimmt ausnahmsweise die Rolle des Musikvermittlers an.

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