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Zum Tag des Kusses: Der Kuss in der Musik

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AUTOR/IN
Lena Hofbauer

In der klassischen Musik gibt es ganz viele Küsse in Opernduetten, Kusswalzern oder italienischen Madrigalen - nicht nur zum Tag des Kusses!

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Der Puls beschleunigt, der Blutdruck steigt, die Wangen werden rot. Ein wahrer Hormon-Cocktail aus Oxytocin, Serotonin und Dopamin flutet durch den Körper. Das alles passiert bei einem Kuss.

Der Kuss in der Musik: Kusswalzer und Kuss-Opern

Auch die klassische Musik beschäftigt sich seit Langem intensiv mit dem Kuss: Luigi Arditi hat zum Beispiel seinen „Kusswalzer“ nach ihm benannt. Friedrich Smetana widmet dem Kuss sogar eine ganze Oper.

Ein Liebesbekenntnis in der Oper: Kussduett und Opernkuss bei Verdi

Apropos Oper: Der Opernkuss ist das Stilmittel, um die Liebe der Protagonist*innen auf der Bühne zu zelebrieren. In Verdis „Otello“ versichern sich Otello und seine Desdemona ihre Liebe im berühmten Kussduett des ersten Satzes: „ancora un bacio“

Normal war das Küssen auf der Opernbühne allerdings nicht. Die Oper war bis Ende des 19. Jahrhunderts eher prüde. Erst in Verdis Falstaff gab es den ersten richtigen Opernkuss. Dieser stand sogar auskomponiert in der Partitur.

Aus aktuell bekanntem Anlass sind die Opernküsse allerdings wieder mit Vorsicht zu genießen. Da müssen sich die Liebenden auf der Opernbühne wohl erstmal mit Abstand anschmachten.

Eine explizite Kuss-Anleitung in Liedform

Neben Kussduetten, wie in der Operette „Die schöne Galathée“ von Franz von Suppè, findet man den Kuss auch in Madrigalen, Liedern oder Arien. In dem ein oder anderen Lied gibt es dann auch die ein oder andere Erklärung:

„Nirgends hin, als auff den Mund,
Da sinckts in deß Hertzen grund.
Nicht zu frey, nicht zu gezwungen,
Nicht mit gar zu fauler Zungen.“

Küssen ist Sünde?

Küssen ist für den Barockkomponisten Andreas Hammerschmidt wohl so komplex, dass er das erstmal in einem Lied verarbeiten muss. Es können aber auch nicht alle Küsse schön und liebevoll sein, wie schon Beethoven wusste:

Ein Kuss ist in der Musik also so vielfältig wie auch im echten Leben. Und wer sich gegen Ende seines Lebens fragen sollte: Ja wie viel Zeit habe ich denn mit dem Küssen verbracht? Der kann, jetzt mal ganz grob gesagt, auf 100.000 Küsse und 76 Tage zurückblicken.

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