STAND
AUTOR/IN

Während immer mehr Spielstätten in Italien nach dem Corona-Lockdown ihren Betrieb wieder aufnehmen, steht am Verdi Theater Pisa weiterhin alles still. Das hat die rechtsnationale Stadtverwaltung entschieden. Der künstlerische Leiter, Stefano Vizioli, hat inzwischen sein Amt niedergelegt. Steckt hinter der Entscheidung kulturfeindliches Kalkül?

Audio herunterladen (7 MB | MP3)

Der ehemalige künstlerische Leiter Stefano Vizioli füllte das Theater Verdi immer wieder bis auf den letzten Platz. Er holte unbekannte Opern, wie die „Beggars Opera“ des barocken John Gay, ins Programm und machte mit witzigen Videos im Netz auf jede neue Oper aufmerksam. So bespricht und analysiert er zum Beispiel mit seiner „neuen Freundin" Giosiana die Oper Ernani von Giuseppe Verdi:

Das Theater war nicht nur voll, die Abonnentenzahlen und Einnahmen stiegen sogar. Eigentlich gilt Pisa in Italien als Provinzstadt. Doch seit Vizioli seine Arbeit am Theater aufnahm, berichteten die Medien immer wieder über die Aufführungen im „Teatro Verdi". Und dann kam die Pandemie

Covid war ein Tsunami, aber ich arbeitete bereits an der Saison 2022/23, doch seitens der Stadtverwaltung wurde nie ein Interesse am Opernhaus deutlich. Mir dann nur ein Jahr Verlängerung anzubieten, ein Jahr, in dem die Stadt das Theater komplett geschlossen lassen will, ist nun wirklich ein Unding

Stefano Vizioli, ehemaliger künstlerischer Leiter des Verdi Theaters und Regisseur

Es sei wichtig, gerade jetzt das Opernhaus fit für die Pandemie zu machen, um Hunderte von Arbeitsplätzen zu sichern und dem Publikum Kultur zu bieten, so Vizioli. Aber daran scheint die rechtsnationale Stadtverwaltung kein Interesse zu haben. Im Gegenteil: Die Stadt entschied, das Theater bis 2021 geschlossen zu halten. Mitarbeiter ohne Festanstellung würden nicht mehr weiter angestellt und neue Arbeitsverträge in Beraterverträge umgewandelt.

So wird der Eindruck vermittelt, dass man die Krise vor allem dazu nutzen will, die Ausgaben für das Theater drastisch zu kürzen

Franco Soda, Musikkritiker

Die aktuellen Anti-Covid-Vorschriften in Italien erlauben maximal 200 Personen in einem Theater, inklusive Musiker und Sänger. Bei Veranstaltungen unter freiem Himmel dürfen maximal 1000 Personen anwesend sein. Trotz dieser strengen Auflagen wird im Rest des Landes derzeit versucht, die Spielstätten wieder in Betrieb zu nehmen.

Ausstellung „Großes Welttheater - 100 Jahre Salzburger Festspiele“

Zum Jubiläumsjahr beschäftigt sich eine Ausstellung mit der 100-jährigen Geschichte der Salzburger Festspiele. Die Ausstellung „Großes Welttheater - 100 Jahre Salzburger Festspiele“ macht sowohl auf besondere Momente, als auch auf kritische Aspekte der Festivalgeschichte aufmerksam.  mehr...

SWR2 Treffpunkt Klassik SWR2

Diskussion Richard Wagners Bayreuth im Corona-Zeitalter

Es diskutieren: Heinz-Dieter Sense - Geschäftsführender Direktor der Bayreuther Festspiele, Prof. Dr. Stephan Mösch - Hochschule für Musik Karlsruhe, Dr. Patric Seibert - Regisseur und Dramaturg,
Moderation: Bernd Künzig  mehr...

SWR2 Forum SWR2

Musikthema Oper in der Rennbahn der römischen Kaiser

In diesem Jahr findet das Projekt der Oper Rom, Oper im Circus Maximus, nicht wie gewöhnlich in den Ruinen der Thermen von Kaiser Caracalla statt, sondern zieht um in die ehemalige Pferderennbahn der römischen Kaiser direkt beim Palatinhügel. Eröffnet wurde das Sommerfestival mit einer Inszenierung von Verdis „Rigoletto“.  mehr...

SWR2 Treffpunkt Klassik SWR2

STAND
AUTOR/IN