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Das waren die DANKE-Konzerte des SWR Symphonieorchesters

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Am 16. und 17. Juli fanden die „DANKE-Konzerte“ des SWR Symphonieorchesters in Stuttgart und Freiburg statt: Wer sich bei seinem oder seiner persönlichen Corona-Held*in bedanken wollte, konnte sich auf der Website von SWR2 um zwei Freikarten bewerben. Helga Spannhake war in Stuttgart vor Ort und berichtet von einem für alle Beteiligten eindrücklichen Abend.

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Szene aus dem Danke-Konzert des SWR Symphonieorchesters (Foto: SWR, Markus Palmer)
Vor dem Hörgenuss stand der Check-In am Eingang zur Liederhalle an – aufgrund der Corona-Anweisungen für Kulturbetriebe musste alles genau geprüft werden. Markus Palmer Bild in Detailansicht öffnen
Das erinnerte ein bisschen an einen Flughafen-Terminal Markus Palmer Bild in Detailansicht öffnen
Dabei sein konnte, ... Markus Palmer Bild in Detailansicht öffnen
... wer den SWR kontaktiert ... Markus Palmer Bild in Detailansicht öffnen
und seine persönliche Corona-Heldin oder persönlichen Corona-Helden benannt hatte. Markus Palmer Bild in Detailansicht öffnen
Emily Körner, Geigerin des SWR Symphonieorchesters: „Das ist einfach etwas völlig anderes, dieses Geben und Nehmen, was ein Publikum und ein Orchester auf der Bühne miteinander haben. Das hat uns sehr gefehlt.“ Markus Palmer Bild in Detailansicht öffnen
Michael Sanderling, Dirigent des Konzertabends: „Als ich hierher kam und zum ersten Mal, ja tatsächlich zum ersten Mal, wieder ein Orchester eng beieinander sitzen sah, das hat doch eine besondere Emotion in mir ausgelöst.“ Markus Palmer Bild in Detailansicht öffnen
Um dieses enge Miteinander zu ermöglichen, wurde im Orchester vorab viel getestet und geimpft – damit die Freude über das Zusammenspiel nicht im Nachhinein getrübt wird. Markus Palmer Bild in Detailansicht öffnen
Frank Michael Guthmann, Solocellist und Orchestervorstand des SWR Symphonieorchesters: „Man hat ja jetzt die letzten Monate an einem Pult allein gespielt. Man hat die Kontrolle darüber, wann umgeblättert wird und was man sich in die Noten reinschreibt. Jetzt teilt man sich das wieder mit einer Partnerin oder einem Partner. Das sind so die praktischen Kleinigkeiten, aber das macht man natürlich gerne.“ Markus Palmer Bild in Detailansicht öffnen
Auf dem Konzertprogramm fand das Publikum mitreißende Stücke der russischen Komponisten Tschaikowsky und Strawinsky, wie die Polonaise aus der Oper „Eugen Onegin“ und die „Zirkus-Polka“, aber auch innige und aufwühlende Momente bei der Fantasie-Ouvertüre „Romeo und Julia“ und dem „Feuervogel“. Markus Palmer Bild in Detailansicht öffnen
Kai Gniffke, SWR Intendant, begrüßte das Publikum: „Wir feiern so ein bisschen was wie das Wiedererwachen der Kultur nach der Pandemie. Noch immer findet Vieles virtuell statt, umso außergewöhnlicher, dass heute hier Musizierende direkt nebeneinander ohne große Abstände live auf der Bühne stehen.“ Markus Palmer Bild in Detailansicht öffnen
Nachdem die letzte Note verklungen war, gab es donnernden Applaus. Glückliche Gesichter nicht nur beim Publikum, ... Markus Palmer Bild in Detailansicht öffnen
... sondern auch bei den Musiker*innen ... Markus Palmer Bild in Detailansicht öffnen
... und beim Dirigenten. Markus Palmer Bild in Detailansicht öffnen
Frank Michael Guthmann, Solocellist und Orchestervorstand des SWR Symphonieorchesters: „Kunst ist für Menschen gemacht – von Menschen für Menschen. Wir brauchen dieses Gefühl, das Menschen das miterleben. Das ist das Live-Erlebnis.“ Markus Palmer Bild in Detailansicht öffnen

Abends einfach einmal in ein Konzert zu gehen – vor Corona selbstverständlich, jetzt nach den langen Monaten des Lockdowns noch ungewohnt:

„Es war ja so lange kein Konzert mehr. Deswegen dachten wir einfach, ich und meine Großmutter, wir ergreifen die Chance hier, um mal wieder in ein Konzert gehen zu können.“

Konzert-Check-In: Wie an einem Flughafen-Terminal

Vor dem Hörgenuss stand allerdings der Check-In am Eingang zur Liederhalle an – aufgrund der Corona-Anweisungen für Kulturbetriebe musste alles genau geprüft werden.

Das erinnerte ein bisschen an einen Flughafen-Terminal. Dennoch war die Vorfreude auf das Konzert auf allen Gesichtern überdeutlich zu erkennen.

Die Konzertgäste: Corona-Held*innen

Dabei sein konnte, wer den SWR kontaktiert und seine persönliche Corona-Heldin oder persönlichen Corona-Helden benannt hatte. Ingrid Kicherer aus Kornwestheim überraschte damit ihren Bruder Rainer Schadt aus Esslingen:

„Er hat in der Corona-Zeit kleine Terrassenkonzerte gegeben, mit anderen Musikern zusammen was gemacht und dann noch selbstständige Künstler, die ganz schwierige Zeiten durchlebt haben, teilweise finanziell unterstützt und Mut zugesprochen.“

Ebenso zur Liederhalle gekommen, waren Maria Kienzle-Pallberg und ihr Mann Ralf Kienzle – hier ging die Initiative vom Ehemann aus:

„Ich habe gesagt, ich bedanke mich bei ihr dafür. Ich bin jetzt seit anderthalb Jahren im Homeoffice - dass sie das solange aushält, ohne dass wir große Probleme haben.“

Sehnsucht nach Publikum bei den Musiker*innen

Aber nicht nur das Publikum blickte diesem Konzert sehnsüchtig entgegen, auch die Musikerinnen und Musiker des SWR Symphonieorchesters hatten ihr Publikum in den zurückliegenden Monaten schmerzlich vermisst, so wie Violinistin Emily Körner:

„Das ist einfach etwas völlig anderes, dieses Geben und Nehmen, was ein Publikum und ein Orchester auf der Bühne miteinander haben. Das hat uns sehr gefehlt.“

Schon bei den Proben wieder mit allen anderen Orchestermitgliedern direkt zusammenzutreffen, sorgte für Rührung, auch bei Dirigent Michael Sanderling:

„Als ich hierher kam und zum ersten Mal, ja, tatsächlich zum ersten Mal, wieder ein Orchester eng beieinander sitzen sah, das hat doch eine besondere Emotion in mir ausgelöst.“

Im Vorfeld: Tests und Impfungen

Um dieses enge Miteinander zu ermöglichen wurde im Orchester vorab viel getestet und geimpft – damit die Freude über das Zusammenspiel nicht im Nachhinein getrübt wird.

Nach langer Zeit des Spielens auf Distanz gab es aber auch kleine rein pragmatische Dinge, die zuerst wieder ungewohnt waren für die Musiker*innen, wie Solocellist und Orchestervorstand Frank Michael Guthmann erzählt:

„Man hat ja jetzt die letzten Monate an einem Pult allein gespielt. Man hat die Kontrolle darüber, wann umgeblättert wird und was man sich in die Noten reinschreibt. Jetzt teilt man sich das wieder mit einer Partnerin oder einem Partner. Das sind so die praktischen Kleinigkeiten, aber das macht man natürlich gerne.“

Mitreißendes russisches Konzertprogramm

Auf dem Konzertprogramm fand das Publikum mitreißende Stücke der russischen Komponisten Tschaikowsky und Stravinsky, wie die Polonaise aus der Oper „Eugen Onegin“ und die „Zirkus-Polka“, aber auch innige und aufwühlende Momente bei der Fantasie-Ouvertüre „Romeo und Julia“ und dem „Feuervogel“.

Die Begrüßung des SWR Intendanten Kai Gniffke wirkte ebenso intensiv auf das Publikum, es reagierte mit donnerndem Applaus.

„Wir feiern so ein bisschen etwas wie das Wiedererwachen der Kultur nach der Pandemie. Noch immer findet Vieles virtuell statt, umso außergewöhnlicher, dass heute hier Musizierende direkt nebeneinander ohne große Abstände live auf der Bühne stehen.“

Nach dem Konzert: Rundum glücklich strahlende Menschen

Das Publikum lauschte der Musik andächtig, und nachdem die letzte Note verklungen war, gab es wieder donnernden Applaus – dieses Muster zog sich durch den gesamten Konzertabend, hinterließ am Ende rundum glücklich strahlende Menschen:

Ich komm von weit her gereist aus Sachsen für dieses Konzert und es war ein besonderer Genuss: nicht nur wegen der künstlerische Leistung des Orchesters und des tollen Dirigenten, sondern auch weil es ein Erlebnis war, ein Orchester wieder direkt erleben zu können.“

Dass diese Einzigartigkeit des Live-Konzerts weiterhin erhalten bleibt, darauf hofft nun sicher nicht nur Frank-Michael Guthmann:

„Kunst ist für Menschen gemacht – von Menschen für Menschen. Wir brauchen dieses Gefühl, das Menschen das miterleben. Das ist das Live-Erlebnis.“

Musikthema Geschichten der SWR2-Hörer*innen – das DANKE-Konzert des SWR

Unter dem Motto "#Zusammenhalten - das DANKE-Konzert" spielt das SWR Symphonieorchester zwei Konzerte, einmal in Stuttgart, einmal in Freiburg. 
Das SWR Symphonieorchester möchte mit einem Konzert (in Stuttgart und in Freiburg) den Personen DANKE sagen, die sich in der harten Corona-Zeit besonders verdient gemacht haben. Wer sich bei seinem persönlichen Corona-Helden bedanken möchte, konnte sich auf SWR2.de um Freikarten bewerben. Einige dieser bewegenden Geschichten teilen wir mit Ihnen. Elke Zepezauer, Siegfried Bauer, Dietrich Köhnke und Barbara Kley, alle aus Stuttgart und Umgebung, erzählen.  mehr...

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