SWR2 Musikstunde

Das Rätsel

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Mit Katharina Eickhoff

Es gibt noch echte Herausforderungen im Leben: das Lösen von Rätseln zum Beispiel. Was die Einen für eine kinderleichte Frage halten, darüber zerbrechen sich die Anderen ewig den Kopf. Aber schon beim nächsten Mal kann es dann umgekehrt sein. Genau diese ausgleichende Gerechtigkeit ermutigt Katharina Eickhoff, immer am zweiten Samstag im Monat in der SWR2 Musikstunde ihre Fährten quer durch die (Musik-)Geschichte zu legen. Auch wer überhaupt nicht mitraten möchte, kommt hier auf seine Kosten; die Geschichten rund um die Rätselfragen sind es allemal wert, gehört zu werden.

1. Rätselfrage:
Welt-Post-Tag! - Posthornrufe hat der zuständige Komponist hier zum Schluss dieses Klavierstücks vertont, das im Ganzen vom Abschied eines lieben Menschen erzählt, den man anfangs noch von der vielleicht gefährlichen Reise abhalten will, der dann schließlich aber eben doch die Postkutsche besteigt. Wie heißt der Komponist, der diese hübsche kleine Geschichte in Musik erzählt hat?
Bitte den 2. Buchstaben seines Nachnamens behalten!

LÖSUNG: Johann Sebastian Bach

2. Rätselfrage:
Die Rätselmusik schwärmt von einer europäischen Hauptstadt, aus deren Geschichte ein kleines Stück in der Wüste von Arizona gelandet ist: Eine der wichtigsten Brücken der Stadt ist bei ihrem Abbruch im 20. Jahrhundert von einem US-Milliardär gekauft, nach Amerika transportiert und dort dann in Arizona wieder aufgebaut und im Oktober vor 50 Jahren eröffnet worden…
Vom Namen der europäischen Metropole, aus der die nach Amerika ausgewanderte Brücke stammt, brauchen Sie den 4. Buchstaben!

LÖSUNG: London

3. Rätselfrage:
Mit sparsamsten Arrangements und hochkomplexen Texten hat dieser Mann zu seinen Lebzeiten große Hallen gefüllt und Millionen von Schallplatten verkauft – er war eben in jeder Hinsicht ein Ausnahme. Wie heißt der Chansonnier und Dichter, der hier gegen den Heldentod polemisiert hat, der anfangs eigentlich gar nicht auf die Bühne wollte und der jetzt im Oktober 100. Geburtstag hat?
Von seinem Nachnamen wird der drittletzte Buchstabe gebraucht.

LÖSUNG: George Brassens

4. Rätselfrage:
Eine privilegierte Gesellschaft will sich von der draußen wütenden Pandemie abschotten, zieht sich in ein luxuriöses Schloss zurück und feiert eine wilde Party, an deren Ende aber, als die Uhr zwölfe schlägt, maskiert der Tod, bzw. das Virus eintritt und alle Pandemieschwänzer einkassiert…ein auf unheimliche Weise aktuelles Szenario, das der Autor der Geschichte aus dem früheren 19. Jahrhundert da beschwört, ein Mann übrigens mit äußerst unglücklich verlaufener Biografie. Heute ist er vor allem für seine tiefenpsychologisch visionären, schaurigen Erzählungen berühmt, zu denen in Klassik und Pop schon so manches Musikstück entstanden ist - zum Beispiel auch dieses Jahr für die Donaueschinger Musiktage.
Von seinem zweiten Vornamen bitte den 2. Buchstaben nehmen!

LÖSUNG: Edgar Allen Poe

Das Lösungswort lautet: ADEL

Musikliste:

Emilia Giuliani:
Capriccio für Gitarre
Siegfried Schwab (Gitarre)

Slavko Avsenik, Vilko Avsenik:
Die Post geht ab!
Slavko Avsenik & das Original Oberkrainer Quintett

Johann Sebastian Bach:
Capriccio sopra la lontananza del fratro dilettissimo für Klavier B-Dur BWV 992
Friedrich Gulda (Klavier)

Edward Elgar:
Cockaigne, Ouvertüre für Orchester op. 40 "In London Town"
London Philharmonic Orchestra
Leitung: Georg Solti

Georges Brassens:
Mourir pour des idées
Georges Brassens (Gesang)
Pierre Nicolas (Begleitung)
Joel Favreau Begleitung)

André Caplet:
"Le masque de la mort rouge", Conte fantastique d'après une des histoires extraordinaires d'Edgar Allen Poe für Harfe, 2 Violinen, Viola und Violoncello
Marie-Pierre Langlamet (Harfe)
Leipziger Streichquartett

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