Nächtlicher Talk

Currentzis Midnight Lounge mit Malin Bång und Heiner Goebbels: Über Musik, Traurigkeit und Träume

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Er liebt das Radio und er liebt ungewöhnliche Musik. In der Nacht nach seinem Konzert mit dem SWR Symphonieorchester gestaltet der Dirigent Teodor Currentzis eine eigene Radioshow. Zu Gast sind der Komponist und Regisseur Heiner Goebbels sowie die schwedische Komponistin Malin Bång.

Zu nächtlichen Stunden kreisen die Gedanken in anderen Bahnen. Mit Heiner Goebbels und Malin Bång wird der nächtliche Austausch mit Teodor Currentzis etwas düsterer: Bei trauriger Musik tauschen sich die Gäste über ihre unterschiedlichen Auffassungen von Traurigkeit aus.

In dieser Atmosphäre driften die Gespräche weiter zu Themen wie Musik und Geräusche, Musik und Energie, Träume und musikalische Erfahrungen.

Impressionen aus dem Studio

Das SWR-Hörspielstudio im Funkhaus Stuttgart ist nur im roten und blauen Licht erleuchtet und soll an die Atmosphäre des Bix Jazzclubs erinnern. (Foto: SWR, Paul Gärtner )
Malin Bång war eigentlich für die Aufführung ihres Stückes „splinters of ebullient rebellion“ durch das SWR Symphonieorchester in Stuttgart. Teodor Currentzis lud die Komponistin kurzfristig zur Midnight Lounge ein. Paul Gärtner Bild in Detailansicht öffnen
„Das Werk entstand vor einigen Jahren aus einer existenziellen Traurigkeit über die Situation der Flüchtlinge aus Syrien und über die Unfähigkeit der europäischen Staaten, da Hilfe zu leisten. Ich habe das Stück geschrieben, um etwas Hoffnung zu finden und um mich auf die Menschen zu fokussieren, die sich in dieser Situation für Humanität engagiert haben.“ - Malin Bång Paul Gärtner Bild in Detailansicht öffnen
Teodor Currentzis sieht die Traurigkeit etwas abstrakter: „Traurigkeit ist für mich nicht physisch. Traurigkeit bedeutet, über das Potenzial von Schönheit in unserer Welt nachzudenken. Das ist der Grund, warum Tonarten wie D-Dur und G-Dur eigentlich trauriger Natur sind.“ Paul Gärtner Bild in Detailansicht öffnen
Heiner Goebbels ist kein Kind von Traurigkeit. Mit dem Alter werde das Leben immer besser, sagt er. Man gewinne „anachronische Perspektiven auf das eigene Leben. Man kann auf Erfahrungen und Begegnungen, die vor 20 oder 30 Jahren passiert sind, gleichzeitig blicken.“ Paul Gärtner Bild in Detailansicht öffnen
Malin Bång: „In Träumen begegnet man sich selbst ohne Filter. Die Dinge, die im Traum passieren, könnte man sich im wachen Zustand gar nicht ausdenken. Träume spiegeln die Wahrheit darüber wider, wie wir unser Leben momentan wahrnehmen.“ Paul Gärtner Bild in Detailansicht öffnen
Als es um die Sozialisation mit Musik geht, verrät Currentzis selbstironisch: „Die Idee, dass jemand vor dem Orchester steht und kein Instrument spielt, finde ich eigentlich merkwürdig. Trotzdem würde ich sagen, dass der Dirigent den besten Platz im Saal hat. Aber eigentlich träume ich von einer Welt ohne Präsidenten, Premierminister und natürlich ohne Dirigenten.“ Paul Gärtner Bild in Detailansicht öffnen
Normalerweise trifft sich Teodor Currentzis im Stuttgarter Jazzclub „Bix“ mit seinen Gästen. Während der Pandemie wird die Midnight Lounge aus einem Hörspielstudio im Funkhaus Stuttgart gesendet. Paul Gärtner Bild in Detailansicht öffnen

Musikgespräch Heiner Goebbels und Malin Bång – über die Gäste in Currentzis‘ Midnight Lounge

Zwei illustre Gäste hat Teodor Currentzis in seine „Midnight Lounge“ eingeladen, die SWR2 am 22. Januar um 0:03 Uhr live gesendet hat: Die schwedische Komponistin Malin Bång und den deutschen Komponisten, Hörspielmacher und Regisseur Heiner Goebbels.
Was den Chefdirigenten des SWR Symphonieorchesters an den beiden Musikern fasziniert und welche Lieblingsmusiken sie ins Hörspielstudio des SWR mitbringen werden, verrät Musikredakteurin Lydia Jeschke.  mehr...

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Werkeinführung Die Komponistin Malin Bång und ihr prämiertes Werk „splinters of ebullient rebellion“

Auf dem Programm des Konzerts mit dem SWR Symphonieorchesters am 21. Januar steht auch ein Werk, das schon bei den Donaueschinger Musiktagen 2018 für Aufsehen gesorgt hat: Das Orchesterstück „splinters of ebullient rebellion“ – wörtlich übersetzt: Splitter einer überschwänglichen Rebellion – der schwedischen Komponistin Malin Bång. Ein Werk, das so manchen gewohnten Orchesterklang auf die Probe und den Kopf stellt. Auch dafür hat das Auftragswerk des SWR Symphonieorchesters damals den „Orchesterpreis“ verliehen bekommen. Warum es noch heute fasziniert und von ungebrochener Aktualität ist, zeigt SWR2-Musikredakteur Rafael Rennicke in seinem Werk-Porträt.  mehr...

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Video: Livemitschnitt vom 19.1.2022 Currentzis LAB: Teodor Currentzis probt Brahms' Klavierkonzert Nr. 2

Teodor Currentzis probt und spricht über das Klavierkonzert Nr. 2 von Brahms. Solist ist Alexandre Kantorow. Livemitschnitt vom 19. Januar 2022 in der Stuttgarter Liederhalle.  mehr...

Chefdirigent des SWR Symphonieorchesters Teodor Currentzis

Er zählt zu den interessantesten Dirigenten seiner Generation. In der Spielzeit 2018/19 ist er als der erste Chefdirigent des SWR Symphonieorchesters zu erleben.  mehr...

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