STAND

Mit Tabea Zimmermann werde eine Musikerin geehrt, die ihr tiefes musikalisches Verständnis und ihre bedingungslose Liebe zur Musik mit unermüdlichen Enthusiasmus vermittle, heißt es in der Pressemitteilung. Die hoch renommierte Auszeichnung der internationalen Ernst von Siemens Stiftung ist mit 250.000 Euro dotiert und wird am 11. Mai verliehen.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
6:00 Uhr
Sender
SWR2

Mit Tabea Zimmermann zeichne das Kuratorium der Ernst von Siemens Stiftung eine Künstlerin aus, die alle Energie darauf lenke, zum Kern des musikalischen Wesens vorzudringen und diese Erfahrung mit dem Publikum zu teilen, heißt es in der Pressemitteilung. Zimmermann vermittelt ihr tiefes musikalisches Verständnis und ihre bedingungslose Liebe zur Musik mit unermüdlichem Enthusiasmus.

„Ich stelle mir vor, dass es in meiner Seele sehr viele kleine Spiegelflächen gibt und dass jedes Musikstück, jede Phrase, jeder Satz, jedes Thema etwas anderes in mir berührt.“

Tabea Zimmermann

Seit vielen Jahren gestaltet Tabea Zimmermann die musikalische Gegenwart. Mit der Auszeichnung werde ihre künstlerische Integrität genauso gewürdigt wie die Strahlkraft, die sie ihrem Instrument Bratsche verliehen habe, sowie ihr Einsatz für die zeitgenössische Musik und nicht zuletzt ihre großartigen Leistungen in der Lehre. 

Jüngste Professorin Deutschlands

Tabea Zimmermann wurde 1966 in Lahr im Schwarzwald geboren. Bereits als Dreijährige begann sie mit dem Braschenspiel, schloss ihr Studium 1985 an der Musikhochschule in Saarbrücken ab und unterrichtete dort von 1987 – 1989 als jüngste Professorin Deutschlands.

1994 übernahm sie die Bratschenklasse der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, seit Oktober 2002 ist sie Professorin an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin.

Tabea Zimmermanns Einsatz für den musikalischen Nachwuchs sei beispiellos. „Die Lehre und der Austausch mit jungen Menschen beschäftigt mich sehr. Es ist mir sehr wichtig, diese auch mit Wertvorstellungen zu konfrontieren und anhand der Musik etwas mitgeben zu können, mit dem sie hoffentlich gut durchs Leben kommen“, ztitiert die Pressemitteilung Zimmermann weiter.

Rege Konzerttätigkeit mit David Shallon

Tabea Zimmermann konzertierte ab 1987 bis zu dessen frühen Tod im Jahr 2000 regelmäßig mit ihrem Ehemann, dem israelischen Dirigenten David Shallon und pflegt weiterhin eine enge Verbindung zu Israel.

Als Solistin arbeitet sie mit weltweit bedeutenden Orchestern wie dem Royal Concertgebouw Orchestra, den Berliner Philharmonikern, dem Orchestre de Paris, dem London Symphony Orchestra, Les Siècles, der New World Symphony oder dem Israel Philharmonic Orchestra zusammen. Mit dem Ensemble Resonanz, bei dem sie zwei Jahre als Artist-in-Residence wirkte, verbindet sie eine enge musikalische Freundschaft. 

Leidenschaft für die Kammermusik

2004 gründete Tabea Zimmermann gemeinsam mit Antje Weithaas, Daniel Sepec und Jean-Guihen Queyras das renommierte Arcanto Quartett, das bis heute einen Schwerpunkt ihrer kammermusikalischen Arbeit bildet.

Auch in Triobesetzungen mit Jörg Widmann und Dénes Várjon sowie Duorezitalen mit den Pianisten Javier Perianes, Kirill Gerstein und Thomas Hoppe findet ihre Leidenschaft für die Kammermusik Ausdruck. Gemeinsam mit Luis Gago leitete und gestaltete sie von 2015-2020 die Beethoven-Woche in Bonn.

Bratsche ins Bewusstsein der Gegenwart gerückt

Als eine der größten Interpretinnen ihrer Epoche habe Tabea Zimmermann das Interesse vieler zeitgenössischer Komponisten für die Bratsche geweckt und es geschafft, die Qualitäten der Bratsche ins Bewusstsein der musikalischen Gegenwart zu rücken. Sie hat über 50 Uraufführungen gespielt – von Ligeti über Kurtàg, Rihm und Holliger bis zu Jarrell, Lentz, Höller, Mantovani und Poppe – und zahlreiche neue Werke in das Konzert- und Kammermusikrepertoire eingeführt.

Preisverleihung mit dem Ensemble Resonanz

Die Preisverleihung findet am 11. Mai 2020 im Münchner Prinzregententheater statt. Gemeinsam mit dem Hamburger Ensemble Resonanz wird Tabea Zimmermann „Lachrymae“ von Benjamin Britten aufführen, dem ersten Ernst von Siemens Musikpreisträger. Außerdem stehen Solo-Werke von Kurtàg und Berios Naturale auf dem Programm. Die Laudatio wird Norbert Lammert, ehemaliger Präsident des Deutschen Bundestages, halten. 

Insgesamt vergibt die Stiftung 2020 über 3,6 Millionen Euro an Preis- und Fördergeldern. Der Hauptpreis ist mit 250.000 Euro dotiert.  Der Ernst von Siemens Musikpreis wird seit 1973 alljährlich von der privaten Ernst von Siemens Musikstiftung, die ihren Sitz in der Schweiz hat, vergeben.

STAND
AUTOR/IN