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Gut 300 Kilometer fährt der Wiener Philharmoniker Christoph Koncz regelmäßig nach Salzburg, um dort in der Stiftung Mozarteum auf Mozarts originaler Konzertgeige zu üben. Als vorläufigen Höhepunkt dieser besonderen „Beziehung“ hat der Geiger mit dem Instrument gerade Mozarts fünf Violinkonzerte aufgenommen. Diese CD erscheint unter dem Titel „Mozarts Violine“.

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Unverändert seit 300 Jahren

Die Geige, auf der einst Mozart spielte wurde um 1710 gebaut. Fast 300 Jahre später muss sie natürlich sehr vorsichtig behandelt werden. Sie wurde quasi als Reliquie erhalten: Die meiste Zeit liegt sie in einem Tresor in Salzburg und wenn sie mal rauskommt, dann unter der strengen Beobachtung von zwei Kuratorinnen.

„Sehr besonders an diesem Instrument ist, dass diese Geige nie modernisiert wurde und dementsprechend auch im Originalzustand aus dem achtzehnten Jahrhundert ist.“

Christoph Koncz, Stimmführer der zweiten Geigen der Wiener Philharmoniker

Mozarts Geige als Reliquie erhalten

Bei den Wiener Philharmonikern spielt Christoph Koncz eine modernisierte Stradivari mit Stahlsaiten, einem kräftigeren Steg und einem längeren Bogen. Auf diese Art und Weise werden alte Meistergeigen seit dem 19. Jahrhundert modernisiert, um die Lautstärke-Anforderungen moderner Orchester erfüllen zu können. Mozarts Geige ist mit Darmsaiten bespannt und hat einen leichten Barockbogen.

„Ein strahlend, silberner Ton und auch Cantabile“, sagt der Geiger über dieses Instrument. Koncz glaubt, dass die Erfahrung, die Mozart mit dieser Geige als Spieler gemacht hat, entscheidend für die Art und Weise war, wie er die Konzerte komponierte.

Die Geige darf nicht aus den Augen gelassen werden

Die Geige kann Salzburg an sich nicht verlassen, außer wenn die zwei Kuratorinnen als Begleitung mitkommen. Diese werden auch in der Kölner Philharmonie dabei sein und beim einzigen Konzert außerhalb Salzburgs wie Bodyguards auf Mozarts Geige aufpassen. Anschließend geht es zurück in den Tresor, bis der Wiener Philharmoniker Christoph Konz das nächste Mal zum Üben nach Salzburg anreist. Denn das Projekt, Mozarts Violine, möchte er unbedingt fortsetzen.

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