Zum Tag des Chorgesangs

Chorgesang im Film: Wie realistisch sind die Darstellungen?

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Seit 1990 wird am zweiten Sonntag im Dezember der „Tag des Chorgesangs“ gefeiert, so auch wieder am 12. Dezember. Zu diesem Anlass haben wir uns mit Chorfilmen auseinandergesetzt. In diesen Filmen bestimmt ein Chor die Handlung, wenngleich er zu Beginn des Films oftmals noch gar nicht existiert – oder aber: schlecht singt und dann von einem Chorleiter zu einem Auftritt geführt wird.

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Drei Filme eine Geschichte: Der Chor bringt Jugendliche auf den rechten Weg

Pierre, Stet und Paula – das sind jugendliche Charaktere in den Chor-Filmen Die Kinder des Monsieur Mathieu“, „Der Chor – Stimmen des Herzens“ und „Verstehen Sie die Béliers“. Es sind drei junge Menschen, die mehr oder weniger zufällig in einem Chor landen und im Laufe der Proben immer mehr aus sich herauskommen.

Bei ihren ersten Gesangsdarbietungen beeindrucken sie mit ihrem Talent, doch dann beginnt die harte Arbeit – Bauchatmung, richtige Körperhaltung, Artikulation. Die Chorleiter zeigen ihnen die richtige Technik und schon bald werden die drei sich ihrer Fähigkeiten bewusst.

Filmtrailer: „Der Chor – Stimmen des Herzens“

Die Höhen und Tiefen im Chorleben

Pierre und Paula haben durch ihren Einzelunterricht eine Sonderstellung im Chor. Stet hingegen wird von seinen Chorkollegen zunächst gehänselt und findet erst allmählich Anschluss. Das kann auch im echten Chorleben passieren, so der Musikwissenschaft-Professor Gunter Kreutz.

„Es ist nicht alles Friede – Freude – Eierkuchen im Chor, aber trotz all dieser sozialen Kommunikationsprobleme ist unterm Strich die Bilanz überwältigend positiv“, so Gunter Kreutz. Pierre, Stet und Paula finden in ihrer Chorgemeinschaft Halt. Und auch ihre Chorleiter setzen sich für sie ein.

Filmtrailer: „Die Kinder des Monsieur Mathieu“

Die echten Vorteile des gemeinsamen Singens: dass es vor allem die Emotionen reguliert und den Kindern zu mehr Lebensqualität und mehr Teilhabe verhilft.“

Eine Stütze im Leben

Diese Emotionsregulation sieht man vor allem bei Stet: Er hat weniger Wutausbrüche, prügelt sich nicht mehr und wird offener und zuvorkommender. Doch sind die Darstellungen der Filme wirklich realistisch? Kann Chorgesang aus schweren Krisen heraushelfen?

„Ein Chor ist kein Allheilmittel, aber es kann eine große Stütze sein“, so Gunter Kreutz. „Es gibt viele Chöre, da sind viele ältere Menschen drin, da bleibt es nicht aus, dass eben Lebenspartner versterben, oder dass schwere Erkrankungen auftreten. Und all diese Menschen finden in den Chören eine erweiterte Familienstruktur.“

Kirchzarten

Gespräch | ARD-Themenwoche „Stadt.Land.Wandel“ Tanja Pannier über das „Black Forest Voices Festival”

Das „Black Forest Voices Festival“ will Profis und Amateure aus der ganzen Welt im kleinen Schwarzwald-Ort Kirchzarten zusammenbringen. A capella gesungene Vokalmusik, im Chor oder in Ensembles, darum dreht sich für ein paar Tage im Sommer alles im südlichen Schwarzwald.
Das Projekt fand erstmals 2019 statt und die Planungen für 2022 laufen. Inzwischen hat das Black Forest Voices-Festival auch eine neue Künstlerische Leiterin, die Sängerin Tanja Pannier, die mit ihrem Ensemble „Klangbezirk“ selbst ein preisgekröntes a-capella-Ensemble gegründet hat.  mehr...

SWR2 Treffpunkt Klassik SWR2

ARD-Themenwoche „Stadt.Land.Wandel“ Sophia Hofrichter über die Initiative „Musik vor Ort“

„Musik vor Ort“ heißt eine Initiative des Bundesmusikverbandes Chor & Orchester. Gefördert werden innovative Musikprojekte, kulturelle Teilhabe und Ensemble-Gründungen in ländlichen Räumen, in Gemeinden und Städten mit bis zu 20.000 Einwohnern. Projektleiterin Sophia Hofrichter stellt die Initiative im SWR2 Musikgespräch mit Ulla Zierau vor.  mehr...

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