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„Dieses Werk wird mich mein Leben lang begleiten.“ Der Cellist Kian Soltani hat eines der bekanntesten und wichtigsten Stücke des Repertoires für Violoncello aufgenommen: das Cellokonzert h-Moll op. 104 von Antonín Dvořák. Eingespielt hat Soltani es zusammen mit der Staatskapelle Berlin unter der Leitung seines Mentors Daniel Barenboim.

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Dvořáks Cellokonzert in h-Moll op. 104 ist eigentlich ein Pflichtkonzert im Repertoire aller Cellisten. Kian Soltani wollte aber warten, bis er musikalisch bereit für das Stück ist und es nicht zu früh einstudieren. Er hatte Respekt vor dem berühmten Konzert, von dem es unzählige Aufnahmen gibt. Im Alter von 19 Jahren führte er es schließlich zum ersten Mal auf - mit dem West-Eastern Divan Orchestra unter der Leitung von Daniel Barenboim.

Wenn man eine Aufnahme macht, sollte man versuchen, loszulassen, was davor war, was man immer schon gehört hat, Aufnahmen, die einen geprägt haben. Das war natürlich auch für meinen Werdegang wichtig, die großen Aufnahmen von Rostropowitsch und Jacqueline du Pré zu hören. Aber als ich dann meinen Zugang zu dem Stück gesucht habe, musste ich das alles loslassen und wirklich mit der Partitur arbeiten.

Kian Soltani

Die Aufnahme des Dvořák-Cellokonzerts wird auf dem Album durch fünf weitere Stücke ergänzt, die den ganzen kompositorischen Reichtum Dvořáks zeigen. Hierbei handelt es sich um Miniaturen für Solo-Cello und Celloensemble, von denen Soltani drei selbst arrangiert hat.

Zum Schluss: Aufstieg in den Himmel

Besonders am Herzen liegt Kian Soltani Dvořáks Lied „Lasst mich allein“, das er auch in seinem Cellokonzert zitiert. Einer Legende nach soll Dvořák nach seiner Ankunft in den Vereinigten Staaten vom Tod seiner heimlichen Geliebten gehört haben. Darauf habe er ihr Lieblingslied "Lasst mich allein" in den dritten Satz des Cellokonzerts eingebaut, als Hommage an seine verstorbene Geliebte. Dadurch endet das Konzert, nicht wie üblich, mit einer virtuosen Coda, sondern ruhig, in sich gekehrt, "fast wie ein Aufstieg in den Himmel", erzählt Soltani im Gespräch.

Antonín Dvorák: Cellokonzert h-Moll op. 104

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Carl Philipp Emanuel Bach: Cellokonzert A-Dur Wq 172

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