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Der Dirigent Dmitri Kitajenko gilt als Botschafter der russischen Musik in Deutschland und der Welt. Von 1976 bis 1989 führte er die Moskauer Philharmoniker zur höchsten Qualität. 1990 wurde er Chefdirigent des HR-Sinfonieorchester in Frankfurt. Heute gelten seine Aufnahmen russischer Werke als Referenz-Aufnahmen zum Lernen und Inspirieren für viele Musiker*innen - auch in Russland. Zum 80. Geburtstag wünscht sich Kitajenko mehr Skrjabin auf westlichen Bühnen.

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Begonnen hat Dmitri Kitajenko seine Karriere als Chefdirigent am Stanislawski-Theater in Moskau. Maßstäbe setzte er in den 1990er Jahren als Chefdirigent beim Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks. Besonders wichtig war ihm in dieser Zeit das Oeuvre des Komponisten Alexander Skrjabin. Besonders die dritte Sinfonie, die zwischen Tonalität und Moderne changiert, ist ihm auch heute ein Anliegen

Eine interessante Mischung! Dur und Moll kommen zusammen. Oder ein tiefes Blech und tiefe Streicher gehen in Konflikt mit der ersten Geige oder mit dem leichten Holz…er improvisiert mit Klang!  

Heute ist er noch Ehrendirigent beim Gürzenich in Köln. Die Aufnahmen russischer Werke von Dmitri Kitajenko mit dem Gürzenich-Orchester Köln haben inzwischen Referenzcharakter und haben erstaunlicherweise auch den russischen CD-Markt erobert. Hier schließt sich quasi ein Kreis: Denn in den 1980er Jahren hat Dmitri Kitajenko als erster in Russland, bzw. der damaligen Sowjetunion sämtliche Sinfonien von Richard Strauss aufgeführt.

Bis heute hat Skrjabin im Westen nicht viel Raum auf der Bühne, er steht in einer Nische! Als Chef in Frankfurt habe ich alle Sinfonien, Prometheus und das Klavierkonzert aufgenommen. Ich wünsche mir in Zukunft, nicht so selten Musik von Skrjabin zu spielen und zu hören!

Seinen 80. Geburtstag feiert der Dirigent mit seiner Ehefrau, die ihn seit Anfang der Neunziger Jahre bei sämtlichen Konzertauftritten begleitet und wünscht sich mehr Skrjabin.

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